Andrang auf Fundsachen

Anzeige
Katja Wiese und Marcus Scholz ersteigerten für Katjas Sohn Leon ein Fahrrad. Er hat im Mai Geburtstag Fotos: blu

Auktion: Welche Schnäppchen es bei der Norderstedter Stadtverwaltung gab

Von Claudia Blume
Norderstedt. 70 Euro sind geboten für das silberne Mountainbike. „Zum Ersten, zum Zweiten...“, erwartungsvoll blickt Auktionator Andreas Finster in die Runde. Bietet jemand mehr? Katja Wiese schaut ihren Freund Marcus an. „75“, ruft der Norderstedter und hat auf einen (Zu)Schlag ein Geburtstagsgeschenk für den bald zwölfjährigen Sohn seiner Partnerin.
Bei der Fundsachen-Versteigerung der Stadtverwaltung gingen im Minutentakt Fahrräder, Kameras, Handys, Skateboards, Koffer und Taschen über den Auktionstisch in der Garage des Ordnungsamtes. Insgesamt 63 Fundstücke kamen unter den Hammer. Glücklich hält Svenja Engel ihren neuen Trolley fest. „Für 18 Euro ein echtes Schnäppchen“, findet die junge Frau, denn der neuwertige Reisekoffer enthält zudem ein großes Beautycase – und mit beiden geht es in zwei Wochen auf Kanada-Rundreise.

Nicht jeder Interessent hat Glück

Für Marcel ist die Versteigerung nicht so gut gelaufen. Der 15-Jährige hatte es auf einen iPod abgesehen, 40 Euro waren sein Limit. Doch die Gebote schnellten rasant in die Höhe. Für 45 Euro wechselte das elektronische Gerät den Besitzer und leider nicht in die Hände des Schülers. Die etwa 100 Interessierten hatten vor der Auktion eine halbe Stunde Zeit, die angebotenen Fundstücke in Augenschein zu nehmen, Gangschaltungen zu prüfen, Smartphones auf äußere Beschädigungen zu untersuchen. Alles Sachen, die von Mitarbeitern des Bauhofs gefunden oder bei der Polizei abgegeben wurden.
„Sieben Monate hat der Eigentümer Zeit sich zu melden, findet er sich nicht wird versteigert und die Einnahmen daraus erhält die Stadt“, erklärt Andreas Finster, Fachdienstleiter des Ordnungsamtes. Seit vier Jahren hat er großen Spaß daran, zwei bis vier Mal im Jahr den Auktionator zu geben. Mal ist auch Kurioses dabei, wie die nagelneue chinesische Massageliege mit Schröpfgläsern, die für 40 Euro weg ging. Woher das Möbel kam, weiß er nicht. „Die hatte wohl jemand einfach stehenlassen.“ Auf die Nummer 30 im Versteigerungskatalog warteten mögliche Käufer am Mittwoch allerdings erfolglos. Kurz vor der Veranstaltung hatte ein Liegerad zu seinem Besitzer zurückgefunden. Der hatte das Stück auf der Internetseite des Fundbüros gesehen und konnte anhand von Fotos sein Eigentum identifizieren.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige