Bekommt Norderstedt „Pfandringe“?

Anzeige
Ein Metallring an Mülleimern, in den Pfandflaschen gestellt werden können, soll Flaschensammler davor bewahren, im Abfall zu wühlen Foto/ Repro: now

Stadt prüft Einführung. CDU skeptisch: Konstruktionen sind zu teuer

Norderstedt. Bamberg hat sie, ein Kölner Stadtteil bald und auch in Norderstedt könnten sie kommen: die Pfandringe rund um Mülleimer. Die Grünen-Fraktion beantragte im Umweltausschuss, mögliche Standorte und Kosten dafür zu prüfen. Sieben Ausschussmitglieder stimmten dafür, sechs dagegen. So wurde der Antrag angenommen. Neben den Grünen stimmten auch Mitglieder der SPD und FDP dafür, die Einführung der Metallringe zu prüfen. Sie sind außen an Mülleimern angebracht, die abgestellten Pfandflaschen können von Sammlern mitgenommen werden.
„Wenn ich mit dem Fahrrad durch Norderstedt fahre, sehe ich öfter Menschen, die beim Sammeln bis zum Ellenbogen im Müll wühlen“, erklärte Peter Goetzke, Mitglieder der Grünen im Umweltausschuss „Es gibt Menschen, die es nötig haben, so ihr Einkommen aufzubessern.“ Weil Pfandflaschen nur von Supermärkten oder größeren Kiosken zurückgenommen werden, landen sie häufig im Restmüll. Paul Ketz aus Köln hat die Pfandringe erfunden. Zuvor hatte er viele Sammler befragt und dann die Edelstahlkonstruktion entwickelt. In Bamberg wurden im Januar zwei Ringe aufgehängt, im April wird das System auch in einem Stadtteil von Köln umgesetzt. Ketz hat in Köln vor einem Monat seit Studium zum Produktdesigner abgeschlossen.
Ein Kritikpunkt der Gegner dieses Vorhabens waren die hohen Kosten für die Anschaffung. So erklärte die CDU-Fraktion ihr Votum damit, dass ein Ring 1.000 Euro kosten soll. Dem widersprach ihr Erfinder: „Wenn etwa zehn Ringe bestellt werden, ist ein normales Modell in Edelstahl ab etwa 150 Euro erhältlich“, sagt Ketz. Die Edelstahlkonstruktionen werden bei Koblenz nach den Zeichnungen des Produktdesigners gefertigt.

In Norderstedt werden jetzt

verschiedene Standorte geprüft. Die Grünen schlugen vor, das
System an den Mülleimern rund ums Herold Center zu testen. Auch das Betriebsamt findet die Idee der Pfandringe gut. In Bamberg zog die Stadt jetzt bereits eine positive Bilanz. „Die Pfandringe werden gut angenommen“, so Sprecherin Ulrike Siebenhaar. Passanten stellten ihre Flaschen dort ab und Sammler würden sie schnell mitnehmen. Der Müll sei jetzt frei von Flaschen. (now)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige