„Den Weg frei machen“

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Verwaltungschef Torsten Thormählen und Bürgervorsteher Uwe Schmidt waren bei der Einwohnerversammlung zum letzten Mal gemeinsam auf dem Podium Fotos: rj

Verwaltungschef Thormählen bat bei Einwohnerversammlung um seine Abwahl

Von Renate Jaeger
Henstedt-Ulzburg. Torsten Thormählen (49) wird nicht wieder an seinen Bürgermeister-Schreibtisch zurückkehren. Auch dann nicht, sollte er vor dem Amtsgericht Norderstedt in dem noch ausstehenden Verfahren wegen angeblichen Sozialversicherungsbetruges freigesprochen werden.
Das war das Ergebnis seines Auftritts bei der Einwohnerversammlung im Bürgerhaus. Der Saal war gefüllt, mehr als 400 Zuhörer waren da. „Ich finde es gut, dass Herr Thormählen Stellung genommen und einige Dinge erklärt hat“, sagte Alt-Bürgermeister Volker Dornquast. „Schade, dass er das nicht früher gemacht hat.“
„Job gern gemacht“
„Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Gemeindevertretung ist nicht mehr möglich“, beteuerte Thormählen zum Abschluss seiner fünf Minuten dauernden Rede. „Ich danke den vielen Menschen, die trotz aller Umstände zu mir gehalten, mir immer wieder Mut gemacht und mir dadurch ihre Freundschaft bewiesen haben.“ Die Gemeindevertreter hatten ihm im Mai 2013 einstimmig das Vertrauen entzogen: „Da war ich schockiert.“
„Wer mich kennt, der weiß, dass ich den Job als Bürgermeister immer sehr gerne gemacht habe und mit vollem Herzen und ganzer Kraft für die Belange der Gemeinde und seiner Bürger eingesetzt habe“, bemerkte Thormählen. „Grundsätzlich würde ich auch gerne Bürgermeister bleiben. Trotzdem werde ich nicht darum werben, am 22. September gegen meine Abwahl zu stimmen.“ Er will den Weg frei machen für eine Bürgermeisterwahl.
Ein Scheitern seiner Abwahl, so der Bürgermeister, „würde die Gemeinde lähmen und das ist nicht in meinem Interesse. Es geht hier ja nicht in erster Linie um mich, sondern darum, was für Henstedt-Ulzburg das Beste ist.“ Der Beifall der Zuhörer dauerte länger als eine Minute. Hand in Hand verließen Torsten Thormählen und Ehefrau Alexandra das Bürgerhaus.
Die anschließende Diskussion, ob Henstedt-Ulzburg nach dem Bürgerentscheid im September Gemeinde bleibt oder Stadt wird, geriet in den Hintergrund.
Geteilte Meinungen
zu Stadtwerdung
CDU, SPD und FDP halten nichts von einer Stadtwerdung, die Wählergemeinschaften WHU und BfB sind für eine Umwandlung. (rj)
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