„Die Neugier ist immer noch da!“

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Hamburg/Quickborn. Dröhnendes Lachen hallt am frühen Montagvormittag durch die Redaktionsräume des Hamburger WochenBlattes, dazwischen tönt eine irgendwie vertraute, markant-dunkle Stimme, die vermutlich jeden NDR-Hörer freudig aufhorchen lässt: Carlo von Tiedemann ist Gast beim Redaktionsfrühstück. Und da ist gute Laune vorprogrammiert. Spontaner selbstironischer Witz und freche Sprüche sind schließlich die Markenzeichen des Moderatoren-Urgesteins. Dabei schickt er eben nicht nur spritzige Kommentare über den Äther, sondern ist auch ganz privat „chronisch gut gelaunt“, wie er selbst über sich sagt. Als Frohnatur durchs Leben zu gehen, scheint ganz offensichtlich jung zu halten, denn dass Carlo von Tiedemann stramm auf die 70 zugeht, merkt man ihm nicht an. Im Gegenteil: Der vierfache Vater – die beiden jüngeren Kinder sind zwölf und neun Jahre alt – sprüht geradezu vor Unternehmungsgeist und Lebenslust. „Kürzlich ist mein Arbeitsvertrag beim NDR verlängert worden“, verkündet von Tiedemann stolz: Da sei er in seinem Alter der Erste.
Obwohl er nun über 40 Jahre im Radio- und Fernsehgeschäft mitmischt und sich in seinen Shows Weltstars wie Pop-Titan Michael Jackson, Mick Jagger, die „Klasse-Interpretin“ Tina Turner oder die Schauspieler Roger Moore und Michael Douglas („Mit ihm bin ich auf der Rothenbaumchaussee gebummelt und wir haben mit Appelkorn angestoßen.“ ) die Klinke in die Hand gaben, fühlt sich Carlo alles andere als abgestumpft. „Die Neugier auf Menschen ist immer noch da!“ Kürzlich, beim großen „Radio-Preis“ habe er Robbie Williams die Hand geschüttelt, erzählt er mit vor Begeisterung glitzernden Augen: „Ein witziger Typ! Das ist doch das Schönste an meinem Job, dass man all die Stars hautnah trifft und manchen gar kennenlernt.“ Alte Bekannte wird der eloquente Moderator übrigens auch am 5. Oktober in der Alsterdorfer Sporthalle beim „NDR 90,3 Oldie Marathon“ treffen: Zum Beispiel Liz Mitchell von Boney M, Chris Andrews oder die Jungs von Smokie. Wer, wenn nicht Carlo, sollte diese Oldie-Show präsentieren?
Aber Carlo von Tiedemann kennt auch die Schattenseiten des schillernden Show-Geschäfts: Mit einem Drogenskandal, Finanzproblemen und zwei Hirntumor-Operationen sorgte er bis vor zehn Jahren immer wieder für Schlagzeilen. „Ich bin seit zehn Jahren trocken“, bekennt der 69-Jährige, der sich fast genau so lange sozial engagiert: zum Beispiel bei der Norderstedter Tagesaufenthaltsstätte (TAS) für Obdachlose oder im Kinderhospiz „Sternbrücke“. „Hier relativieren sich die alltäglichen Sorgen“, stellt er nachdenklich fest, „denn diese Kinder sterben.“ Um so dankbarer und intensiver lebe er sein Leben – gemeinsam mit seiner Familie. „Ob ihr es glaubt oder nicht, vor ein paar Wochen habe ich meine Flugangst überwunden – beim Fallschirmspringen!“ Denn die TV-Survival-Show „99 Dinge, die man im Leben gemacht haben muss“ ist die neue Herausforderung für Carlo von Tiedemann beim NDR.
Mit seiner Lebenspartnerin Julia Laubrunn lebt er heute zusammen mit seinen zwei jüngsten Kindern im idyllischen Quickborn. „Hier zu leben, ist wunderbar“, sagt er, „ vieles funktioniert ganz unkompliziert.“ So habe nach der Tsunami-Katatstrophe 2004 Bürgermeister Thomas Köppl bei ihm an der Haustür geklingelt, um ihn als Schirmherr für die schnell organisierte Spendenaktion „vor den Karren zu spannen. „Das war richtig gut“, erinnert sich Carlo von Tiedemann. (ba)
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