Die rollende Bücherei

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Daniela Erang mit Jan-Henrik (6) und Ann-Kathrin (9). Die drei decken sich regelmäßig im Bücherbus mit Lesestoff ein Fotos: Blume

Der Bücherbus bietet über 25.000 Medien an 65 Haltestellen

Von Claudia Blume

NORDERSTEDT. Auf einen Termin freut sich Familie Erang stets gemeinsam. „Wenn dienstags um fünf nach vier die markante Dreiton-Hupe des blauen Bücherbusses erklingt, springt jeder sofort auf“, erzählt Daniela Erang.

Die Tangstedterin und ihre Kinder Ann-Kathrin (9) und Jan-Henrik (6) sind begeisterte Nutzer der Fahrbücherei 12 des Büchervereins Schleswig-Holstein. „Die Bücher kommen direkt vor unsere Haustür gefahren – dieser Service ist einmalig, zudem ist die Auswahl groß und die Betreuung persönlich und herzlich.“
Seit 24 Jahren gibt es die „Ausleihe zwischen den Meeren“.

13 Fahrbüchereien versorgen Dörfer und Gemeinden in Schleswig-Holstein mit Büchern und Zeitschriften, Comics, CDs und DVDs aller Genres. Nadine Banks ist seit 2008 mit Thomas Eisenberg wöchentlich zwischen Norderstedt, Tangstedt, Alveslohe und Aukrug an 65 Haltepunkten unterwegs. 8.000 Kilometer legt der blaue Bus pro Jahr zurück. „2015 hatten wir 62.549 Ausleihen“, weiß die Diplom-Bibliothekarin und kennt die Lesevorlieben ihrer etwa 2.100 Kunden genau: „Unterhaltungsromane laufen am besten, Klassiker will dagegen keiner lesen.“

Über 25.000 Medien hat die Fahrbücherei im Angebot, davon sind rund 4.500 jeweils im Bus. Damit ihre Kunden bei den 20- bis 30-minütigen Stopps nicht in Zeitnot geraten, stellt sie mit ihrem Kollegen vorab eine individuelle Auswahl für den jeweiligen Leser zusammen.

Manches Buch dient nur als Alibi, um Klatsch und Tratsch loszuwerden, ab und zu wird sogar Kuchen mitgebracht. „Bei uns geht es eben persönlich zu, während in städtischen Büchereien vieles automatisiert ist“, sagt Nadine Banks.

Ingo Tschepe, Leiter der Stadtbücherei Norderstedt sieht in der Fahrbücherei keine Konkurrenz: „Viele kleine Orte haben keine eigene Bücherei und auch für Norderstedt ist der Bücherbus eine gute Ergänzung, da sieben Norderstedter Grundschulen direkt angefahren werden, die oft nur über geringe Bestände in eigenen Schulbibliotheken verfügen.“
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