Die Stadt wird sicherer

Anzeige
Wolfgang Banse (v.l.) und Reinhard Korehnke leiten die Arbeitsgruppen für Jugend und Senioren beim Kriminalpräventiven Rat. Foto: Fuchs

Kriminalprävention zeigt positive Auswirkung

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt. Sie kümmern sich mit erwachsenen Paten seit 16 Jahren um verhaltensauffällige Jugendliche, werben bei Einzelhändlern um Schutzzonen („Notinseln“) für Grundschüler, setzen sich für weniger Gewalt an den Schulen ein und beraten Senioren über die Gefahren bei Kaffeefahrten, Haustürgeschäften und Einkäufen im Internet. Dies hat der Kriminalpräventive Rat (KPR) nun einen umfassenden Bericht seiner Jahresarbeit belegt. Zugleich wurden neue Projekte angekündigt.
Das Sicherheitsempfinden der Bürger werde durch die Arbeit des KPR maßgeblich positiv beeinflusst, lobt Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote. Der Bürgermeister ist durch sein Amt Vorsitzender dieses Gremiums.
Dem KPR gehören haupt- und ehrenamtliche Kräfte an. Die Polizei mit ihrem Chef Dieter Aulich sowie das Jugend- und Ordnungsamt sind ebenso vertreten wie zahlreiche Organisationen der Stadt, die sich mit Jugend- und Seniorenarbeit beschäftigen.
Allein in der Arbeitsgemeinschaft „Jugend“ sind 19 Institutionen mit, von den Schulen über die Suchtberatung bis zu den Kirchengemeinden organisiert. „Die Zusammenarbeit klappt hervorragend“, sagt deren Vorsitzender Wolfgang Banse.
Das erste und erfolgreichste Projekt dieser AG waren Patenschaften der Aktion „Plan haben“, die der KPR 1997 landesweit erstmals ins Leben rief. Erwachsene betreuen über ein paar Jahre Jugendliche in ihrer Freizeit, die Probleme in der Schule oder mit ihren Eltern haben. Zurzeit kümmern sich 20 Paten, im Alter von 29 bis 70 Jahren, um acht bis 16 Jahre alte Kinder und Jugendliche. „Gerade für Studenten könnte dies eine wichtige Aufgabe sein“, glaubt Banse. Das Folgeprojekt „Mach was“, eine Aktion des KPR und der Kirchengemeinde Vicelin-Schalom, soll jugendlichen Ausreißern helfen.
Die Stadt ist sicherer: So die einstimmige Meinung der Mitglieder des Kriminalpräventiven Rates.
Das mag auch damit zu tun haben, dass die Zahl jugendlicher Intensivtäter in Norderstedt auch durch die erfolgreiche Arbeit der Ermittlungsgruppe „Jugend“ der Polizei deutlich auf nur etwa
20 Jugendliche zurückgegangen sei, erklären Polizeichef Dieter Aulich und Kripochef Frank Liedtke.
Ein neues Projekt in diesem Zusammenhang soll der Besuch von Jugendlichen in der JVA „Santa Fu“ sein, kündigt KPR-Vorsitzender Wolfgang Banse an. So arbeiten die Jugendgerichtshilfen in anderen Landkreisen und Hamburg erfolgreich mit der Schocktherapie, jugendliche Gewalttäter mit Schwerverbrechern und Mördern in der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel zusammenzubringen. Die Jugendlichen seien nach diesen Gesprächen meist geläutert und desillusioniert von der kriminellen Karriere dieser Strafgefangenen, weiß Banse.
Um die Seniorenarbeit beim KPR kümmert sich vor allem Reinhard Korehnke. „Norderstedt ist da relativ sicher“, weiß der Rentner. „Aber es ist immer wieder wichtig, die Seniorenkreise für die Gefahren billiger Busfahrten oder für Geschäfte im Internet sowie an der Wohnungstür zu sensibilisieren.“ (bf)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige