Die Wölfe kehren in den Norden zurück

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Wölfe (gr. Bild) wurden schon länger im Norden vermutet. Ein totes Tier auf der Autobahn A1 bei Siek ist jetzt der Beweis. Fotos: hfr

Spuren gab es schon seit längerem – jetzt liefert ein überfahrenes Tier auf der A 1 den Beweis

Norderstedt. Es ist der erste fassbare Beweis, für die Rückkehr der Wölfe nach Schleswig-Holstein. In der Nacht zum 2. April wurde ein Tier auf der Autobahn A1 bei Siek überfahren und verendete. Wenige Tage zuvor war ein Wolf in Hamburg-Kirchwerder fotografiert worden.
Erste Spuren im Juli
Spuren, der im Norden bisher als ausgestorben geltenden Rasse, gab es in letzter Zeit einige. So wurde ein lebender Wolf bereits im Juli 2012 im westlichen Kreis Segeberg nachgewiesen, der erste nach fast 200 Jahren. Ein Rüde tappte wenig später in eine Fotofalle. Zudem entdeckten Wolfsbetreuer des Wildparks Eekholt Kotspuren und Rehe, die der Wolf gerissen hatte. Das männliche Tier soll aus der deutsch-westpolnischen Population stammen.
Auch im Kreis Pinneberg sollen im vergangenen Jahr Spuren eines Wolfes gesehen worden sein. Nun stellen sich Fachleute die Frage: Woher kam der Wolf, den ein polnischer Autofahrer vergangene Woche auf der
A 1 überfuhr? Einige Tage wird es wohl noch dauern, dann soll geklärt sein, ob das Tier aus Polen, Brandenburg oder der Lausitz in den Kreis Stormarn gewandert ist. Das kündigte ein führender deutscher Wolfsexperte an.
„Bald werden wir es wissen“, sagte Carsten Nowak, leitender Mitarbeiter am Senckenberg-Institut für Wildgenetik in Frankfurt am Main. In seinem Außenbüro in der Gelnhausen werden zur Zeit die Blut- und Gewebeproben untersucht, die Mitarbeiter des schleswig-holsteinischen Wolfsinformationszentrums vom Wildpark Eekholt im Kreis Segeberg am Unfallort für die genetische Untersuchung des Tieres entnommen hatten.
Toter Wolf war Einzeltier
Carsten Nowak und seine Mitarbeiter bauen eine Datenbank auf, die mit Informationen über Wolfsbewegungen in Deutschland gefüttert wird. „Wir prüfen, zu welchem Rudel die Wölfe gehören, woher sie kommen und wo sie schon aufgetaucht sind.“
Der tote Wolf von der A 1 wurde ins Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht. Dort wird er auf Verletzungen und Krankheiten untersucht. Das Tier wog nur 30 Kilogramm und war nach Expertenmeinung ein Jungrüde und Einzelgänger. Es soll nicht der Wolf gewesen sein, den ein Hausbesitzer ein paar Tage zuvor bei Bergedorf gesehen haben will. (jae/ vik)
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