Ein großer Geburtstag

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Ab 1999 wurden im Kinderdorf Häuser mit zwei Etagen gebaut. Darin gibt es sechs Kinderzimmer Foto: wb

Trägerverein des SOS Kinderdorfes Harksheide feiert 60-jähriges Bestehen

Von Victoria Kirjuschkin
Norderstedt
Der Medizinstudent Hermann Gmeiner gründete im Februar 1955 in München das erste Kinderdorf. Das Projekt sollte eine Alternative zur Heimerziehung sein. Kinder, die ihre Eltern im Krieg verloren hatten, sollten in familiärer Struktur Schutz und Geborgenheit bekommen.
Nun feiert der Trägerverein SOS-Kinderdorf e.V., zu dem auch die Norderstedter Einrichtung gehört, sein 60-jähriges Bestehen. Mittlerweile gibt es bundesweit 16 Kinderdörfer, die sich heute nicht mehr ausschließlich um Waisenkinder kümmern. Auch Jungen und Mädchen, deren Wohlergehen im eigenen familiären Umfeld nicht mehr gewährleistet ist, werden dort untergebracht. Zwei dieser Einrichtungen sind auch in Schleswig-Holstein beherbergt. 1963 wurde das Kinderdorf im Norderstedter Ortsteil Harksheide gegründet. 1970 folgte eine weitere Einrichtung in Lütjenburg. In Harksheide geht die Gründung auf Initiative eines Freundeskreises aus Hamburg zurück.Einst lag das sechs Hektar große Grundstück am Henstedter Weg noch etwas einsam. Inzwischen sind Häuser, Schulen, Kitas näher herangerückt an die Kinderdorf-Siedlung zwischen Norderstedt und Henstedt-Ulzburg. Seit der Gründung der Einrichtung wurden in Harksheide 500 Jungen und Mädchen betreut. Aktuell leben 57 Kinder und Jugendliche, die zwischen drei und 19 Jahren alt sind, in zwölf Kinderdorffamilien.
Einen runden Geburtstag gab es schon 2013: Damals feierte das SOS Kinderdorf Norderstedt 50. Geburtstag. Jörg Kraft, der die Einrichtung seit 1994 leitet: „Wir haben in den fünf Jahrzehnten viel Unterstützung der Stadt und Bürger erfahren.“
Kinderdorfmutter Ulrike Hagemann lebt und arbeitet seit 29 Jahren in Harksheide und bewohnt mit ihren fünf bis sechs Kindern eines der zwölf Einfamilienhäuser. Der durchschnittliche Aufenthalt eines Kindes beträgt etwa zehn Jahre“, sagt Jörg Kraft. Neben stationären Wohngruppen gibt es eine Tagesgruppe mit sechs Plätzen sowie einen hauswirtschaftlichen Ausbildungsbetrieb mit 18 Lehrstellen. Zudem wird in Kooperation mit dem Förderzentrum eine sechsköpfige Schulklasse unterrichtet. In Zusammenarbeit mit dem Mütterzentrum gibt es darüber hinaus eine betreute Spielgruppe, in der sich Kinder zwischen eineinhalb und drei Jahren dreimal wöchentlich zum Basteln, Singen und gemeinsamen Spielen treffen. Kinder, die im Dorf leben, können den Kontakt zu ihren leiblichen Eltern halten. Viele Mütter und Väter besuchen ihren Nachwuchs in Harksheide und können dort auch übernachten. Das Kinderdorf verbindet.
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