Ein Zuhause für verlassene Kinder

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Auszubildender Malte Carsten zeigte Katrin Fedrowitz (links) und Carola Veit, wie er Fleisch schneidet. Fotos: Fuchs

SOS Kinderdorf Harksheide feiert 50-jähriges Bestehen

Norderstedt. Hier erleben Kinder Zuneigung, Vertrauen und Geborgenheit, manche zum ersten Mal in ihrem Leben. Das SOS Kinderdorf Harksheide feiert in diesem Jahr 50-jähriges Jubiläum.
Auf dem sechs Hektar großen Gelände am Henstedter Weg wurden seit der Gründung etwa 500 Kinder betreut. „Entstanden ist das Kinderdorf mit familiärer Atmosphäre als Alternative zur Heimerziehung. Das Kinderdorf in der damaligen Gemeinde Harksheide war das sechste von heute 15 in Deutschland“, erläutert Sozialpädagoge Manfred Thurau, der wie Heimleiter Jörg Kraft seit Mitte der 90er-Jahre die Entwicklung des Dorfes mitbestimmt.
Heute werden in Harksheide bis zu 70 Kinder und Jugendliche von 63 Mitarbeitern bereut. 43 Jungen und Mädchen leben zurzeit in fünf Kinderdorf-Familien, in jeweils eigenen Häusern und Haushaltsgemeinschaften. In deren Mittelpunkt steht eine feste Bezugsperson, die organisatorisch und emotional die Rolle eines Ersatzvaters und einer Ersatzmutter übernimmt. Diese Kinderdorf-Mütter und -Väter betreuen über Jahre hinweg dieselben Kinder und sehen sie aufwachsen. Der durchschnittliche Aufenthalt eines Kindes betrage etwa zehn Jahre, erklärt Heimleiter Kraft.
Manche Kinder kämen sogar im Säuglingsalter wie jüngst wieder eines, weil bereits die beiden Geschwister des Babys im Kinderdorf leben. Neben den stationären Wohngruppen gibt es auch eine Tagesgruppe mit sechs Plätzen sowie einen hauswirtschaftlichen Ausbildungsbetrieb mit 18 Lehrstellen. Seit kurzem wird auf dem Gelände auch eine sechsköpfige Schulklasse unterrichtet, was in Kooperation mit dem Förderzentrum geschieht. Seit 1986 wurden 100 junge Menschen zu Hauswirtschaftern ausgebildet, zieht Heimleiter Kraft Bilanz.
Den Kontakt zu ihren Eltern hielten viele Kinder auch im Dorf aufrecht. Viele Mütter und Väter besuchten ihre Kindern im Dorf und können dort auch übernachten, dennoch bestünden die Probleme fort, berichtete Kraft. „Der Kontakt zu den Eltern ist pädagogisch sinnvoll. Aber für manche Kinder ist es auch enttäuschend zu erleben, wie unzuverlässig ihre Eltern sind. So ist es vorgekommen, dass ein Vater mehrfach versprach, beim nächsten Mal das Fahrrad mitzubringen, aber das Fahrrad niemals mitbrachte.
Dieser runde Geburtstag wird am Jahrestag der Eröffnung des SOS-Kinderdorfes, am 14. September, mit 2000 Gästen groß gefeiert, kündigte jetzt Heimleiter Jörg Kraft an. (bf)
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