Eine Seilbahn für Norderstedt?

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Norderstedt: Eine Seilbahn in der Stadt? Foto: blu; Grafik: thinkstock; Montage: Kühn

Grüne wollen so den Verkehrskollaps verhindern

Von Claudia Blume
Norderstedt
Per Gondel entspannt vom Herold-Center über die verstopfte Ulzburger Straße ohne Parkplatznot zum „Arriba“ gleiten oder das Panorama entlang der Schleswig-Holstein-Straße aus luftiger Höhe genießen – so können sich die Grünen die Bewältigung einiger Verkehrsprobleme von morgen vorstellen. Am 1. Juni wird die Fraktion im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr beantragen, der Verwaltung einen Prüfauftrag über zu erwartende Kosten, mögliche Trassen und Fördermittel für eine urbane Seilbahn zu erteilen. „In Städten wie Koblenz, Graz, La Paz und Singapur haben sich solche Systeme bewährt, zudem sie kostensparend, schadstoffarm und leise sind und über eine hohe Transportkapazität verfügen“, erläutert Detlev Grube.

Tourismus-Magnet

„Eine Seilbahn als Tourismus-Magnet würde Norderstedt einen großen Imagegewinn bescheren“, so der Fraktionsvorsitzende der Grünen. Entstanden ist die Idee in einer fraktionsinternen Zukunftswerkstatt. „Kommt die Seilbahn, wird sie Ramcke-Bahn heißen“, scherzt Grube, denn Urheber des Grundgedankens ist Parteifreund Michael Ramcke. „Zum einen fehlt in der Stadt bisher eine Ost-West-Verbindung, zum anderen hat sie vor allem rund ums Arriba mit riesigen Verkehrsproblemen zu kämpfen. Rund 800.000 Bad-Besucher jährlich sorgen Tag für Tag für Parkplatznot und genervte Anwohner – eine Seilbahn könnte eine praktikable Lösung sein“, erklärt der Politiker. Ihm schwebt auch die Anbindung von Stadtpark, Norderstedt-Mitte, Glashütte und dem Nord-Port vor – alle günstig, stressfrei und nachhaltig per HVV-Ticket zu erreichen.

CDU: völlig utopisch

Naturgemäß setzt es vom politischen Gegner heftige Kritik. „Erst ist es der U-Bahn Deckel, jetzt ist es die Seilbahn. Die Grüne-Fraktion in Norderstedt zaubert, mangels ernsthafter Themen, völlig utopische und nicht finanzierbare Projekte aus dem Hut“, heißt es in einer Presseerklärung, die Peter Holle von der CDU-Fraktion unterschrieben hat. Holle fordert die Grünen auf, auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen und über sinnvolle Mobilitätsformen der Zukunft wie Carsharing, Elektroauto und autonome Kleinbusse zu diskutieren.
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