Eltern parken im Halteverbot

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Die Polizeibeamten Kai Hädicke-Schories (links) und Steffen Hartung appellieren an die Eltern, ihre Kinder ruhig ein Stück zu Fuß laufen zu lassen. Fotos: Fuchs

Konzept Schulwegsicherung: Polizei kontrolliert seit Januar alle Schulen

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt. Die Schulwege in Norderstedt sind weitgehend sicher, sagt Polizeiverkehrsleiter Kai Hädicke-Schories. Unfälle passieren so gut wie keine mehr, an denen Schulkinder betroffen sind. Was den Verkehrsexperten Sorge bereitet, sind die „Elterntaxis“ zu den Schulen. „Dieses Schule-MacDrive-Verhalten, die Kinder möglichst bis vor das Klassenzimmer fahren zu wollen, ist eine potenzielle Gefahrenquelle, die wir unterbinden wollen.“ Darum kontrolliert die Norderstedter Polizei seit Jahresbeginn regelmäßig alle zwölf Grundschulen im Stadtgebiet. Rund 60 Einsätze frühmorgens und mittags, wenn die Schüler zur Schule kommen oder die Schule aus ist, hat es seit Januar gegeben, wobei die Polizeibeamten in gut 400 Fällen einschreiten mussten. Dabei gehe es mehr um Aufklärung und Abschreckung als darum, Ordnungsgelder zu verhängen, betont Hädicke-Schories. Zu dem klassischen Fehlverhalten gehört es, dass die Eltern direkt vor der Schule im Halteverbot anhalten, um ihre Kinder bequem aussteigen zu lassen. Das führe oft zu gefährlichen Kettenreaktionen, warnt Polizeioberkommissar Steffen Hartung. Folgende Autofahrer müssten nun ihrerseits gefährliche Überholmanöver machen, um an den blockierenden Hindernissen vorbeizukommen. Dieses Szenario zeige sich zum Beispiel regelmäßig vor der Grundschule Lütjenmoor, einer Durchgangsstraße, die ohnehin sehr eng ist.
Manchmal ließen die Eltern aber auch ihre Kinder mitten auf der Straße aussteigen, was noch gefährlicher sei. Hartung: „Wir appellieren an die Eltern, doch bitte da anzuhalten, wo es erlaubt ist, nämlich auf den ausgewiesenen Parkflächen oder Parkplätzen, auch wenn die Kinder dann von dort noch ein paar Meter zur Schule laufen müssen.“ Manche Autofahrer achten in Schulnähe auch nicht auf Ampeln. Kinder liefen plötzlich bei Rot über die Straße, sogar in Begleitung ihre Mütter oder kletterten und sprangen über Barrieren und Absperrgitter, ohne auf den Verkehr zu achten. „Der kindliche Bewegungsdrang ist im Grundschulalter nun mal sehr stark ausgeprägt, sodass gerade dort, wo viele Schüler aufeinander treffen, auch ein erhöhtes verkehrliches Gefahrenpotenzial besteht“, zeigt der Polizeiverkehrslehrer Verständnis für dieses kindliche Fehlverhalten, mit dem die Erwachsenen jederzeit rechnen müssten. Dazu gehöre auch, dass die Schüler oft mit ihrem Rad auf der falsche Straßenseite führen. Hädicke-Schories: „Wir haben dieses Konzept zur Schulwegsicherung mit den Schulleitern abgesprochen, die uns dabei sehr unterstützen.“ Und auch die Eltern merkten, dass diese polizeilichen Kontrollgänge sich wiederholten, sodass sie vielleicht ihr Verhalten änderten. „Irgendwann ist es aber mit gutem Zureden vorbei. Dann werden wir das Fehlverhalten auch mit Bußgeldern ahnden müssen.“ (bf)
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