„Eltern reagieren gefasst“

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Auch in der Kita Glashütte hat Erzieher H. gearbeitetFoto: hfr/bfn

Kitawerk-Leiter über die Lage nach Missbrauchsverdacht

Norderstedt. Die Vorwürfe wiegen schwer: Stefan H., der einige Wochen in der Kita Glashütte beschäftigt war, soll mehrere Kinder missbraucht haben. Inzwischen sitzt er in Haft.
Uwe Büth, Leiter des Kitawerks
Niendorf-Norderstedt, ist sichtlich betroffen. In seiner sechsjährigen Dienstzeit habe er so etwas noch nicht erlebt. Nun möchten er und seine Kollegen vor allem das Vertrauen der verunsicherten Eltern zurückgewinnen. Er und sein Team verschickten nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe Informationsbriefe, veranstalteten Elternabende, wie er erzählt. Anwesend sei auch eine Beraterin von „Zündfunke“ gewesen, einem Verein, der bei der Bewältigung von sexueller Gewalt hilft.
Der Leiter des Kitawerkes hält es für wenig wahrscheinlich, dass es Betroffene in der Kita-Glashütte gibt. Denn Stefan H. war dort nur kurze Zeit beschäftigt. Aus Sicht von Uwe Büth haben die Eltern in Norderstedt „relativ gefasst reagiert“. Unsicherheit gebe es darüber, ob Fotos ihrer Kinder auf dem Rechner des beschuldigten Erziehers seien, den die Polizei sicherstellte. „Aber die Auswertung dauert an“, so Büth. Im Moment sei der Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein dabei, den Fall aufzuarbeiten und Konsequenzen zu ziehen, erklärt Büth. Er ist überzeugt: „Wir haben keine Fehler gemacht.“ Absolut zu verhindern sei so etwas nicht.
Denn fest steht: Stefan H. war beliebt, bei den Kindern und deren Eltern. Manche vertrauten dem blonden, schlaksigen Mann so sehr, dass sie ihn als Babysitter beschäftigten. Dabei soll H. ein vierjähriges Mädchen in seiner Norderstedter Wohnung missbraucht haben.
Männliche Erzieher in Kitas findet Uwe Büth trotz allem wichtig. „Wir brauchen beide Geschlechter im System“, sagt er. Das sei wichtig für die Entwicklung von Jungen, die immer öfter ausschließlich von Müttern erzogen werden.
Mehrjährige Haft droht
Stefan H. wurde vergangene Woche verhaftet. Der 29-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Grund waren die Ermittlungsergebnisse von vier der elf anzeigten Fälle. Einer davon ereignete sich laut Nana Frombach von der Staatsanwaltschaft Hamburg in Norderstedt. Es handele sich um eine Tat im privaten Umfeld des Täters. Stefan H., der als Babysitter tätig war, soll ein vierjähriges Mädchen missbraucht haben. Er hatte das Kind, das die Kita in Hamburg-Schnelsen besucht, zur Betreuung in seine Norderstedter Wohnung genommen. H. droht eine mehrjährige Haftstrafe. (vik)
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