Endspurt am Ochsenzoll

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Der Knoten Ochsenzoll von Hamburger Seite aus gesehen: Der Tunnel ist gesperrt, doch der Moby-Dick-Parkplatz (links) ist wieder zugänglich. Die Kunden freut‘s, die Händler auch Fotos: Biehl

Verkehrsknoten soll bis Sommer frei sein. Händler bangen

Norderstedt. Für Tobias Mährlein steht es schon fest: „Die Stimmung hier wird erst besser, wenn die Kreuzung fertig ist.“ Der Sprecher der Interessengemeinschaft der Händler am Ochsenzoll bleibt trotz guter Nachrichten zurückhaltend.
Mit der Sperrung des Tunnels am Knoten Ochsenzoll kann jetzt aus Richtung Hamburg wieder nach links auf die Segeberger Chaussee abgebogen werden und damit auch in Richtung Läden am Schmuggelstieg und Am Tarpenufer. Andersherum kommt man aus Norderstedt nun auch wieder heraus: Autofahrer dürfen an der Kreuzung wieder nach rechts in Richtung Hamburg abbiegen. Das entlastet enge Wohnstraßen wie die Alte Landstraße – und auf Hamburger Seite
Querpfad und Stockflethweg – vom Schleichverkehr. Und auch der für die Kunden des Quartiers wichtige Parkplatz am früheren Gasthaus „Moby Dick“ kann jetzt wieder benutzt werden.
Aber: Das müsse sich bei den Käufern erst herumsprechen, vor allem bei denen aus dem Hamburger Nachbarstadtteil Langenhorn: „Die geänderte Verkehrsführung ist gut, wird uns aber nicht von heute auf morgen wieder mehr Kunden bringen“, vermutet Mährlein. Immerhin: „Die vergangene Woche lief schon wieder besser.“
Die monatelangen Bauarbeiten am Knoten Ochsenzoll habe die Situation der Händler stark belastet. 30 Prozent der Käufer in dem traditionellen Einkaufsquartier beiderseits der Landesgrenze kämen aus Langenhorn, sagt der Buchhändler. Um bis zu 50 Prozent sei die Kundenfrequenz nach Beginn der Bauarbeiten in einzelnen Geschäften zurückgegangen, klagt Mährlein – „wir leben jetzt seit viereinhalb Jahren mit dieser Situation.“ Die Stadtverwaltung terminiert das Ende dieses Bauabschnitts auf Ende Juli. Über diese Brücke mag der Buchhändler indes nicht gehen: „Gemessen an dem, was uns versprochen wurde, hätte die Kreuzung schon vor zwei Jahren fertig sein sollen.“

Gefährliche Manöver

Die jetzt in Kraft getretene Verkehrsführung beinhaltet allerdings auch: Das Linksabbiegen von der Segeberger Chaussee in die Schleswig-Holstein-Straße sowie das Linksabbiegen von der Schleswig-Holstein-Straße in die Segeberger Chaussee ist weiterhin nicht erlaubt. Doch viele Autofahrer hatten solche Gebote schon in den vergangenen Monaten mit gefährlichen Wendemanövern umgangen. Die enge Spurführung trägt weiterhin vor allem im Berufsverkehr zu langen Staus bei. (bcb)
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