Energiewende-Gespräch

Anzeige
Die Länderchefs Olaf Scholz und Torsten Albig diskutierten mit Moderator Jürgen Heuer (links).Foto: Fuchs

Diskussion der Landesväter in der E.on-Hanse-Zentrale

Quickborn. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig und Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz sprachen in der E.on-Hanse-Zentrale über die Energiewende. Die Landeschefs waren sich einig darin, dass der Ausbau der Netze, der sogenannten Strom-Autobahnen, Vorrang haben müsse. Allein für Schleswig-Holstein seien die erneuerbaren Energieformen inzwischen ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor, sagte Albig. 1,1 Milliarden Euro fließen aus der EEG-Umlage nach Schleswig-Holstein. Im Vergleich dazu mache der bundesweite Länderfinanzausgleich mit 100 Millionen Euro nicht so viel aus.
Scholz und Albig lehnten die Pläne der Bundesregierung strikt ab, Fördergelder für die EEG-Umlage drastisch zu senken, wie dies gerade die Bundesregierung angekündigt hat. „Das allerwichtigste Signal für die Branche ist Verlässlichkeit“, betonte Scholz. Die Investoren der Offshore-Industrie müssten Gewissheit haben, dass sich ihre Milliarden-Investitionen auch in Zukunft rechneten.
Zum Netzbau sagten die Minister Philipp Rösler (Wirtschaft) und Peter Altmaier (Umwelt) in ihrem vorgelegten Konzept nichts, kritisierten Albig und Scholz. Dabei werde 2022 das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet. „Bis dahin muss die Offshore-Windindustrie am Netz sein, die als Grundlast den Strombedarf abdecken kann. Sonst klappt das nicht mit der Energiewende“, warnte Scholz.
E.on-Vorstandschef Johannes Teyssen plädierte für eine zentrale Energieversorgung. Dass jeder Bürger oder Landwirt seinen Solar-, Wind- oder Biostrom selber erzeugen darf, ohne dafür Abnehmer zu haben, sei „dummes Zeug“, sagte der Konzernchef. (bf)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige