Erlebnsibad Arriba in Norderstedt: Mehr Security in Badehose

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Ein Bild wie dieses der Stadtwerke München will Arriba.Chef Swaen auch hier aufstellen Repro: now

Stadteigenes Freizeitbad bessert Sicherheitskonzept nach

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Nach den sexuellen Übergriffen auf zwei junge Mädchen im Erlebnisbad bessert das Arriba in Norderstedt sein Sicherheitskonzept nach. Die 14 und 18 Jahre alten Mädchen waren am Sonntag vergangener Woche in der Wildwasserrutsche des Bades Opfer schwerer sexueller Übergriffe geworden. Die beiden Täter, ein 14- und ein 34-jähriger Afghane, wurden im Bad von den Sicherheitsmitarbeitern festgehalten, später erließ die Staatsanwaltschaft gegen beide Haftbefehl, beide kamen ins Untersuchungsgefängnis. Schon 2014 hatte es in einer anderen Rutsche des Bades ähnliche Vorfälle gegeben. Damals hatte eine Gruppe junger Männer zwei jungen Frauen aufgelauert und sie im Intimbereich begrabscht. Das stadteigene Freizeitbad zog nach mehreren Tagen Bedenkzeit jetzt Konsequenzen aus der erneuten Tat. Während 2014 vor allem die technische Ausstattung durch mehr Kameras in der Rutsche ergänzt wurde, will Arriba-Chef Ruud Swaen jetzt mehr Personal einsetzen. 250.000 Euro gibt das Bad bisher für die Security aus, jetzt sollen drei zusätzliche Sicherheitskräfte eingestellt werden. Außerdem werden sich künftig Sicherheitskräfte in Badekleidung unter die normalen Badegäste mischen. Auch die bisher 48 Kameras soll ergänzt werden. Neben Bad-Chef Swaen hatten sich auch die Stadtwerke als Muttergesellschaft und Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote über mehr Sicherheit ausgetauscht. Stadtsprecher Olaf Struppek nennt eine weitere Maßnahme: „Die Rutschen sollen zeitweise nur für Kinder oder Frauen reserviert werden.“ Schon bisher stehen die „Spielregeln“ in unterschiedlichen Sprachen im Bad, auch hier will Swaen noch weitere Schilder aufstellen, zusätzlich mit Bildern Grabscher vorwarnen.
Nach den Vorfällen war es vor allem in den sozialen Medien wegen der Herkunft der Täter zu hitzigen Diskussionen gekommen. Stadtsprecher Struppek dazu: „Die Regeln gelten für alle Gäste und das Arriba unterscheidet nach Fehlverhalten und nicht nach Hautfarbe.“ Allein im vorigen Jahr gab es bei über 700.000 Besuchern 228 Anzeigen, 226 Polizeieinsätze und 70 Hausverbote. Swaen: „Wir holen bei jedem Zwischenfall die Polizei.“ Die Reaktionen in den sozialen Medien zeigen ein sehr unterschiedliches Bild: Während die einen bemängeln, es wäre zu lange nicht auf ähnliche Vorfälle reagiert worden, geben andere zu bedenken, dass auch Überwachung nicht zu absoluter Sicherheit führe. Eine Ansicht, die Swaen teilt: „Es gibt immer Menschen, die meinen, sie müssten sich nicht an Gesetze halten. 100 prozentige Sicherheit gibt es nicht.“
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