Erste Hilfe für Jogger im Wald

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20 Warnschilder helfen jetzt im Rantzauer Forst, im Notfall verletzte und hilflose Personen im Wald aufzufinden. Der Wald-Kindergarten macht mit. Links hinten: KBA-Chef Michael Vollmer . Der ehemalige Landtagsabgeordnete Manfred Ritzek (rechts) hat die Rettungspunkt-Aktion im Rantzauer Forst initiiert. Foto: Fuchs
Norderstedt: Rantzauer Forst | Norderstedt. Das Notruf-System im Wald funktioniert. 20 Hinweisschilder im Rantzauer Forst, westlich und östlich der Waldstraße in Norderstedt gelegen, warnen jetzt Wanderer, Jogger, Walker und Spaziergänger vor Notfällen. Und vor allen Dingen kann im Notfall ein Jogger gerettet werden, falls er plötzlich einen Herzinfarkt erleiden sollte, sich verletzt und hilflos am Boden liegt: Denn mit Hilfe der Hinweisschilder wäre er vom Rettungsdienst auffindbar. Der Betroffene oder seine Helfer bräuchten beim Notruf 112 nur anzugeben, welches Hinweisschild in der Nähe wäre, und schon wüssten die Rettungskräfte ganz genau, wo sie die hilflose Person mitten im Wald finden können.
Der ehemalige Landtagsabgeordnete Manfred Ritzek hatte diese Initiative vor zweieinhalb Jahren gestartet. Der Norderstedter joggt selber gerne durch den Forst. Nur, wer würde ihn finden, wenn er mal umkippte?, fragte sich der CDU-Politiker und gewann das Norderstedter Krankentransport- und Rettungsdienst-Unternehmen KBA für seine Idee. Gemeinsam und mit Hilfe weiterer Sponsoren stellten sie die 20 Schilder jetzt an allen Knotenpunkten im Norderstedter Wald auf. Privatpersonen und sogar Kindergartengruppen passen auf, dass die nummerierten Schilder – jeweils mit den genauen GPS-Angaben versehen – nicht zuwachsen, umfallen oder beschädigt werden. „Das machen unsere Kinder gern“, erzählt Dirk Steffens, der mit seiner Wald-Kindergartengruppe von der Kita Storchenweg täglich durch den Forst turnt. Die Kita habe die Patenschaft für drei Schilder übernommen. „Die kontrollieren wir jetzt täglich“, berichtet Steffens. „Und wenn was passiert, müssen wir die 112 anrufen“, weiß der vier Jahre alte Finn.
Auch Jogger Claus Witt ist begeistert von dieser Aktion. Zweimal pro Woche läuft der 76-Jährige durch den Wald. Manchmal auch im Dunkeln. Einmal stürzte er so über eine Baumwurzel, dass er nur noch nach Hause humpeln konnte, erzählt der Rentner. „Jetzt könnte ich meinen Standort angeben, wenn ich dringend Hilfe bräuchte“, freut sich Witt.
Die Notrufschilder hätten schon ihre Funktion erfüllt, berichtet KBA-Geschäftsführer Michael Vollmer. Alle Fälle konnten gelöst und die Anrufer aus dem Forst rechtzeitig gerettet werden. Nun soll es auch auf die anderen Waldflächen ausgeweitet werden. Im Bereich Syltkuhlen seien bereits mit Unterstützung der Hamburger Wanderfreunde neun Hinweisschilder aufgestellt worden. (bf)
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