Feuerwehrmann rettet Reptilien

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Die Bartagame fühlt sich in den Händen von Jan Knoll offensichtlich wohl, im Terrarium hat es sich ein Leguan bequem gemacht. Foto: Jaeger

Jan Knoll wünscht sich eine extra Rettungseinheit in Henstedt-Ulzburg

Henstedt-Ulzburg. Jan Knoll öffnet die gläserne Tür des Terrariums, holt eine etwa ein Meter lange Schlange hervor und nimmt sie auf den Arm. Es ist eine Albino-Kornnatter, und sie fühlt sich in seinem Wohnzimmer offensichtlich wohl. Sie scheint mit den beiden Bartagamen und dem grünen Leguan, die jeder in einem geräumigen, hellen Terrarium leben, ihren Frieden gemacht zu haben. Die Tiere haben es gut bei Jan Knoll. Dabei hat er sie nicht gekauft, er ist zufällig in ihren Besitz gekommen. Der 36-jährige Brandmeister aus Henstedt-Ulzburg ist seit zwei Jahren Stellvertretender Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Henstedt und in dieser Eigenschaft beauftragter Fachbereichsleiter für Tierrettung, Schwerpunkt Reptilien.
„Ich würde niemals solche Tiere kaufen“, versichert Jan Knoll. „Es gibt aber genügend verwahrloste Tiere, die unseres Schutzes bedürfen. Sollte er eine Reptilie einfangen, informiert er das Ordnungsamt. Er bietet eine vierwöchige Quarantäne an, bevor das Tier an den Besitzer zurückgegeben wird. Falls der sich nicht meldet, darf Knoll es behalten. Jan Knoll arbeitet seit 17 Jahren bei der Berufsfeuerwehr am Berliner Tor in Hamburg, Dienstgrad heute: Hauptbrandmeister. Die Kollegen wissen um seinen ehrenamtlichen Job als Schlangenexperte. Einer von ihnen war unmittelbar an seinem neuen „Hobby“ beteiligt: Bei einem Schwelbrand war dieser von einem Königspython gebissen worden. Jan Knoll wurde geholt und bereinigte den Fall. Der Reptilienbeauftragte erinnert sich besonders an einen Vorfall: „Aus einer Dachrinne habe ich einen 2,50 Meter langen Tigerpython geholt. Ich hatte festgestellt, dass er mich nicht beißen konnte, denn zuvor hatte die Schlange offensichtlich eine Krähe verspeist. Deren Hinterteil schaute noch aus dem Maul der Python, ich fühlte mich sicher.“ Die Schlange kam in einen Katzentransportkorb, es ging ab ins Tierheim Süderstraße.
Ein anderes Beispiel: Eine Frau rief an. Sie hatte frühmorgens ihre wertvollen Koi-Karpen im Gartenteich füttern wollen. Stattdessen schauten nur zwei goldgelbe Augen eines Kaimans aus dem Wasser. Vollgefressen lag er im Wasser. (rj)

Bei der nächsten Sitzung des Feuerwehrausschusses am Mittwoch,
25. April, 18.30 Uhr, geht es um die Einrichtung einer Reptilieneinheit.
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