Flüchtlinge in Norderstedt suchen Jobs

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Hartmut Rothfritz beobachtet das Kicker-Match zwischen Samson (l.) gegen Adil Foto: aj
Norderstedt: Kirchenplatz 1 |

Initiative der Kirchengemeinde Harksheide engagiert sich

Von Anja Junghans-Demtröder
Norderstedt
Viele Flüchtlinge sind vom Warten und dem verordneten Nichtstun frustriert. Vor Not und Elend geflüchtet, mahlen die Mühlen der deutschen Bürokratie oftmals langsam, ehe sie sich weiter in die Gesellschaft integrieren und einbringen können. Doch dieses Warten wollen Antje Mell und Hartmut Rothfritz nicht hinnehmen. Im kulturellen Treiben des Willkommen-Cafés der Kirchengemeinde Harksheide fungieren beide im Rahmen ihrer gegründeten Initiative „Norderstedter Flüchtlinge in Ausbildungsplätze“ als Vermittler zwischen Geflüchteten und der Arbeitswelt.

Praktikumsplätze als Einstieg


„Wir rufen die Norderstedter Firmen zu einer Kooperation auf, uns freie Ausbildungsplätze zu nennen, für die wir dann aus über 1.000 Geflüchteten in Norderstedt die richtigen Kandidaten für ein Vorstellungsgespräch auswählen“, sagt Rothfritz. Zudem ist der pensionierte Diplom-Kaufmann davon überzeugt, dass es für den gesellschaftlichen Spracherwerb wichtig ist, dass die Geflüchteten außerhalb ihrer Unterkunft Verbindungen zur Bevölkerung unterhalten. Der tägliche Einsatz in einem Praktikum würde die vorhandenen Sprachbarrieren leichter abbauen.

Willkommens-Café als Info-Station


Das Willkommens-Café dient der Initiative unter anderem als Informationsbasis hinsichtlich des persönlichen Lebenslaufs und der erlangten Fertigkeiten. „Ich beschäftige mich seit über zwei Jahren mit dieser Thematik und habe zahlreiche Berufswünsche kennengelernt. Natürlich bringen Geflüchtete auch Befähigungen aus ihrem Herkunftsland mit, aber das Problem ist rechtlicher Natur. Weil sie eine Ausbildung hierzulande nicht durchlaufen haben, wird die bisherige Qualifikation nicht anerkannt“, erklärt Hartmut Rothfritz. Jeden Mittwoch nutzt Samson aus Eritrea das Café als Möglichkeit der gegenseitigen Begegnung um soziale Kontakte zu knüpfen und sein Deutsch aufzubessern. „Tischkicker ist der Hit. Ich möchte nicht abgeschottet sein“, sagt er und spielt mit dem Iraker Adil ein Match. Wie zahlreiche andere Geflüchtete hoffen beide auf einen positiven Neuanfang, der ihnen eine Chance auf Arbeit gewährt. Auch sein Landsmann Fanus wünscht sich nichts Sehnlicheres, als ein Teil dieser Gesellschaft zu werden. Sie wissen alle, dass die deutsche Sprache der Schlüssel zum Einstieg in das Berufsleben ist. Für einen Syrer ist dieser Traum schon jetzt Wirklichkeit geworden. „Wir haben ihm eine Ausbildungsstelle zum Koch vermittelt“, freut sich Antje Mell, über die Früchte ihrer Arbeit.

Willkommens-Café, mittwochs, 15 bis 17 Uhr, Kirchengemeinde Harksheide, Kirchenplatz 1, Informationen: Hartmut Rothritz t 040/53 00 83 71 oder hartmut@rothfritz.com, Antje Mell Telefon 040/57 01 83 79; antje.m.mell@kirche-
harksheide.de
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