Frauenpower ist gefragt

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Frauen beim Technischen Hilfswerk haben zurzeit noch Seltenheitswert: Das soll sich ändern. Foto: yr

Technisches Hilfswerk sucht weiblichen Nachwuchs

Kaltenkirchen. Frauen und Technik, das passt nicht zusammen – heißt es. Doch die Damen des Technischen Hilfswerks (THW) in Kaltenkirchen bestreiten das vehement. „Frauen können genauso gut mit technischen Geräten umgehen wie Männer“, sagt Petra Militzer: „In einigen Bereichen machen wir den Männern was vor.“ Zum Beispiel beim Knoten. „Das müssen wir ihnen häufig erklären“, sagt die 47-Jährige. Aber auch einen Bohrer könne so manche Hausfrau besser bedienen als ein Mann, weiß sie aus Erfahrung.
Petra Militzer ist seit Februar Gruppenführerin der „Zweiten Bergung“ beim THW Kaltenkirchen. Zuvor leitete sie neun Jahre lang die Jugendgruppe. Diese Position teilen sich nun Christin Bottin (19) und Tim Meyer (19). Bottin ist seit ihrem zehnten Lebensjahr dabei. „In der Jugend sind von 23 Mitgliedern nur zwei Mädchen. Das ist zu wenig“, meint sie. Sie selber hat viel Spaß beim THW. „Es ist toll, anderen mit unserer Arbeit zu helfen.“
Die drei THW-Frauen wünschen sich weibliche Verstärkung. Die vierte Frau ist vor Kurzem Mutter geworden und hat sich auf Reserve stellen lassen. „Leider gibt es immer noch das Vorurteil, das THW sei eine reine Männerdomäne“, erklärt Christina Bruch, Frau Nummer 3. Die 31-Jährige ist seit einem knappen Jahr für die Öffentlichkeitsarbeit der Ortsgruppe verantwortlich. „Einfach die Schüchternheit ablegen und mal ausprobieren“, rät sie interessierten Frauen. Man kann alles lernen. „Niemand wird bei uns von den Männern ausgelacht, wenn etwas nicht klappt. Wir sind absolut gleichberechtigt und helfen uns“, sagt die Speditionskauffrau, die es schade findet, dass niemand zum Frauen-Informationstag in den Porschering kam. „Wir hätten schon über zwei oder drei Frauen gefreut.“
Jeden zweiten Montagabend und jeden zweiten Sonnabend finden die Übungsdienste statt. Wer ernsthaft in das THW eintreten möchte, muss zunächst eine halbjährige Grundausbildung absolvieren. „Während der Dienste üben wir für den Einsatz. Aber auch der Spaßfaktor ist groß bei uns“, sagt Petra Militzer.
Jede THW-Ortsgruppe hat einen eigenen Fachbereich, in Kaltenkirchen ist es „Räumen“. „Wir entfernen zum Beispiel umgestürzte Bäume, bergen Autos und Lkw nach Unfällen oder sichern einsturzgefährdete Gebäude.“
Zur Verfügung stehen der Ortsgruppe dafür leistungsfähige Baumaschinen und Radlader. „Wir unterstützen auch die Feuerwehr.“ Militzer hat einen Lkw-Führerschein. „Zuerst haben sich die Männer nicht getraut, mit mir mitzufahren, aber mittlerweile wissen sie, dass ich es kann“, sagt sie und lacht. (yr)

Mehr Selbstbewusstsein, Verantwortungsgefühl, Teamarbeit und technisches Verständnis – all das bietet die Arbeit beim THW. 23 aktive Helfer zählt die Ortsgruppe Kaltenkirchen derzeit. Das THW ist dem Bundesinnenministerium unterstellt. In 700 Ortsverbänden sind etwa 70000 ehrenamtliche Helfer und Helferinnen in Deutschland aktiv. Wer möchte, kann sich auch für Auslandseinsätze listen lassen.
Informationen zum THW-Kaltenkirchen:
Tel.: 04191- 954060,
http://www.thw-kaltenkirchen.de
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