Geht Grote nach Kiel?

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Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote (rechts) mit seinem möglicherweise Amtsvorvorgänger als Innenminister, Andreas Breitner Foto: Fuchs

Norderstedts Bürgermeister auf dem Sprung in die Landespolitik

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt
Möglicherweise werden die Bürger der Stadt Norderstedt sich schon sehr bald einen neuen Verwaltungschef wählen müssen. Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote (63), der erst vor einem Jahr zum vierten Mal bis Ende 2022 zum Rathauschef gewählt worden ist, ist auf dem Sprung nach Kiel. Der CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther, der die Landtagswahl im Mai gewann, hatte Grote bereits für sein Schattenkabinett nominiert. Wenn alles klappt bei den Koalitionsverhandlungen mit Grünen und FDP könnte bereits in dieser Woche die sogenannte Jamaika-Koalition stehen – mit einem künftigen Innenminister Grote im Kabinett.

OB gibt sich bedeckt

Grote selbst hält sich bedeckt, bis alles spruchreif ist. Auf Nachfrage mochte der Norderstedter OB nur „bestätigen, dass ich die Arbeitsgruppe ‚Innen und Recht‘ bei den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und der FDP leite“. Bezüglich der Fragen rund um ein Ministeramt in einer möglichen Koalitionsregierung könne er nur sagen, dass zunächst alle Sachthemen zwischen den Koalitionären verhandelt sein müssten, bevor eine Entscheidung über Ressortzuschnitte und damit die Bildung von Ministerien entschieden werde. „Insofern werde ich auch zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Aussagen über mögliche Personalentscheidungen, Ämter, Zielsetzungen und Konsequenzen machen“, lautete seine kategorische Antwort bis vor wenigen Tagen.

Stadtrat Bosse als OB-Vertreter

Gleichwohl verdichtete sich in den Medien der Eindruck, dass die Chancen auf einen Ämterwechsel nach Kiel für den gebürtigen Paderborner erheblich gestiegen seien. So war der Landtagsabgeordnete Klaus Schlie, der schon einmal in der schwarzgelben Koalition von 2009 bis 2012 Innenminister Schleswig-Holsteins war, wieder zum Präsidenten des frisch gewählten neuen Landtags gewählt worden und kommt damit für dieses Ministeramt nicht mehr in Frage. Zudem hatte Grote bei der Präsentation von Günthers Schattenkabinett im Hamburger Hafen betont, dass er es nach 16 Jahren als Vorsitzender des Städteverbandes „spannend (fände), jetzt mal auf die andere Seite zu wechseln – dorthin, wo gestaltet und entschieden wird“. Falls Grote dem Ruf an die Kieler Förde folgen sollte, würde er in Norderstedt vom Ersten Stadtrat Thomas Bosse bis zur Wahl eines OB-Nachfolgers vertreten, was frühestens Ende des Jahres der Fall sein dürfte. Die Zweite Stadträtin Anette Reinders übte schon mal bei einem Richtfest in Norderstedt-Mitte die Vertretung des Oberbürgermeisters auf dem Sprung.
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