Gemeinde versteigerte Fundräder

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Auktionator Norbert Scharf stellte die Angebote vor, danach wurde fleißig geboten Fotos: tj
 
Wolfgang Kujath kaufte für seinen Sohn ein Oldtimer-Rad aus den 60er-Jahren

100 Bieter kamen zur Schnäppchenjagd in Henstedt-Ulzburger Rathausgarage

Von Tina Jordan
Henstedt-Ulzburg. 62 Kinderräder, Damenräder mit Kindersitzen, Elektroscooter, alte Kalkhoff-Räder aus den 60er-Jahren und gut gefederte Mountainbikes standen nummeriert in der Rathausgarage. Dort wurden vergangene Woche Fundsachen aus der Großgemeinde meistbietend versteigert. Schnäppchenjäger jeden Alters begutachteten die angebotene Ware und machten sich Notizen. Mehr als 100 Bieter waren gekommen, als Auktionator Norbert Scharf sich hinter seinem Pult platzierte. Gleich zu Beginn machte er deutlich: „Hier wird fair geboten, umgehend nach Kauf bar bezahlt und wer sein Rad nicht gleich mitnimmt, dessen Drahtesel versteigern wir dann sofort weiter!“
„Ich bin ganz aufgeregt, war noch nie auf einer Auktion“, sagte Rosemarie Bongard. Gemeinsam mit ihrem Mann wollte sie zwei Zweiträder ersteigern.

Schnäppchen-Preise

Das Ehepaar hatte sich in der ersten Reiheeinen Platz mit guter Sicht auf die Räder ergattert, die Lena von Ahlen, Mitarbeiterin der Bußgeldstelle, auf die improvisierte Auktionsbühne hievte. Nach gut einer Stunde hatten Bongards zwei Räder für zusammen 48 Euro ersteigert. „Ein Schnäppchen“, freuten sie sich, als sie ihre Neuanschaffungen glücklich aus der Tiefgarage schoben. Tatsächlich boten sich den Interessenten bei der Versteigerung einige Schnäppchen, denn manche Räder wurden mit einem Starterangebot von einen bis fünf Euro angeboten. Davon ließen sich zahlreiche Bieter mitreißen. Schnell stiegen so die Kaufpreise in Fünferschritten. Bis Norbert Scharf die Auktion mit den Worten: „Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ beendete. Geräuschvoll besiegelte der Schlag des Auktionshammers das Geschäft. „Meine Freundin hat geboten. Die hat die schönere Hand“, sagte Ole Köpke und verwies schmunzelnd auf die Frau neben ihm. Cindy Scharf ersteigerte für ihren Partner ein Herrenrad. Kaufpreis 18 Euro. Das lag immer noch zwei Euro unterm Limit, das sich ihr Lebensgefährte gesetzt hatte. Wilhelm Peters aus Bad Bramstedt kaufte an diesem Nachmittag etwa 20 Räder, die er von jungen Menschen reparieren lassen möchte, um sie dann für einen guten Zweck zu spenden.

Rasantes Bietertempo

Trotz rasantem Bietertempo herrschte in der Rathauspassage eine entspannte Atmosphäre. Trotzdem waren alle Bieter hochkonzentriert bei der Sache. Denn die Verkäufe wurden im Minutentakt abgehandelt. Wer Interesse hatte, musste sich schnell entscheiden und Bietermut beweisen. Oft wurde erst in den letzten Sekunden entschieden, wer den Zuschlag bekam.

Oldtimer-Rad ersteigert


„Ich freue mich über das alte Kalkhoff-Markenrad aus den 60er-Jahren“, sagte Wolfgang Kujath. „Das habe ich für meinen Sohn ersteigert und 22 Euro bezahlt.“ Nachdem er sein Rad bezahlt hatte, erhielt Kujath eine Einzahlungsquittung. Diese gilt als Eigentumsnachweis. Damit werden die Daten des Käufers samt Adresse registriert. Ihre Ware konnten die Kunden gegen Vorlage der Quittung an der Ausgabestelle in Empfang nehmen.
Norbert Scharf wies noch auf ein wichtiges Detail der Versteigerung hin: „Zurücktreten vom Kauf geht nicht. Gekauft ist gekauft.“ Alle 62 Fundräder wurden an diesem Nachmittag versteigert. Jetzt ist wieder Platz in der Rathausgarage und die nächste Auktion kommt bestimmt.
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