Gemeinsam alt werden

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Doris Tachezy, Ekkehard Schmidt und Dorothée Köster planen in Henstedt-Ulzburg eine Senioren-WG Foto: Jordan
 
Die Planer stehen vor dem Haus, wo die Senioren-WG gebaut wird

Verein plant 23 Wohnungen für Menschen über 50 Jahre

Von Tina Jordan
Henstedt-Ulzburg. Malerisch umgeben vom Wöddelteich, dem neuen Treffpunkt am Brunnen, und verkehrsberuhigt gelegen in einer Nebenstraße, entsteht ein Wohnprojekt, welches bislang in Schleswig-Holstein einmalig ist: Der Verein „Gemeinsam toHUs“ (HU steht für Henstedt-Ulzburg), „Wohnen 50 plus“ plant auf dem Gelände des ehemaligen Edeka-Marktes
23 Wohnungen für Menschen über 50 Jahre, die in einer Gemeinschaft leben wollen. Finanziert wird das Projekt vom Kaltenkirchener Bauverein. Die 17 Zweizimmer-Wohnungen und sechs Dreizimmerwohnungen sind zwischen 50 und 75 Quadratmeter groß. In der Senioren-WG soll es breite Flure geben, auf denen man sich begegnen kann. Eine Terrasse sowie ein Multifunktionsbereich, den alle Mieter gemeinsam nutzen können, gehören ebenfalls zur Planung.

Ideen werden gesammelt

Gerade haben die Vereinsgründer Ekkehard Schmidt, Doris Tachezy und Dorothée Köster einen Arbeitskreis gegründet, in dem alle Ideen zusammen getragen werden sollen. „Wir wollen in einer Hausgemeinschaft leben, in der man sich entsprechend der eigenen Möglichkeiten aktiv einbringen kann und sich geborgen und aufgehoben fühlt“, sagt Ekkehard Schmidt. Besonders wichtig ist den Vereinsmitgliedern der gemeinschaftliche Aspekt den Wohnprojektes. So soll es neben Behindertentoiletten und Fahrstuhl, eine Küche und Bar mit Stuhllager geben. „Hier kann gemeinsam gefeiert, gebacken oder Bingo gespielt werden“, erläutert Dorothée Köster. Die Bewohner sollen einen zentralen Treffpunkt erhalten, damit sich niemand einsam fühlt. „Die Baukosten belaufen auf 4,2 Millionen Euro, dazu kommt noch der Erwerb des Grundstückes“, sagt Stefan Ellendt, Vorstandsmitglied des Bauvereins.
Sie wollen der Einsamkeit im Alter vorbeugen. Doris Tachezy, Ekkehard Schmidt und Dorothée Köster, die Gründer des Vereins „Gemeinsam to Hus-Wohnen 50 plus“, planen auf einem 1984 Quadratmeter großen Grundstück im Ortskern der Gemeinde ein Wohnprojekt für Gleichgesinnte. Die 23 Wohnungen sollen auf einer Wohnfläche von 1350 Quadratmetern entstehen, dazu kommen Gemeinschaftsräume und eine Terrasse. Baustart soll im Frühjahr 2014 sein. Der Antrag für eine öffentliche Förderung läuft. Deswegen können konkrete Mietpreise derzeit noch nicht bekannt gegeben werden. Bezugsfertig sollen die Zwei- und Dreizimmerwohnungen 2015 sein.
Dass die Idee des Zusammenlebens gut durchdacht ist, spiegelt sich auch in den vielen Anfragen wider. „50 Personen stehen bereits auf der Warteliste, und täglich melden sich ein bis zwei weitere Menschen. Wir könnten tatsächlich jetzt schon zwei weitere Mietshäuser mit Seniorenwohnungen füllen“, sagt Dorothée Köster. Sie versteht das starke Interesse an dem Wohnprojekt. „Das ist doch eine schöne Art, seinen dritten Lebensabschnitt zu gestalten. Viele Interessenten sind noch nicht einmal im Rentenalter, aber auf jeden Fall über 50.“
Bevor ein Bewerber den Wohnungszuschlag erhält, wird in drei Kennlerntreffen ausgelotet, ob die Chemie und der Anspruch an das Zusammmenleben stimmen. Die bisherigen Mietpartner kommen aus Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen, Norderstedt und Hamburg.
Wer in die Senioren-WG einziehen will, der muss in den Verein eintreten, zahlt eine einmalige Aufnahmegebühr von 30 Euro und jährlich einen Beitrag von 24 Euro. Ist dann eine Wohnung frei, muss man zwei Genossenschaftsanteile beim Kaltenkirchener Bauverein erwerben, die 300 Euro kosten. „Dieses Modell ist in Schleswig-Holstein einzigartig“, weiß Stefan Ellendt. „Gemeinschaft bedeutet für uns eine gute Nachbarschaft, die Nähe ermöglicht, aber auch Distanz wahrt. Wir wollen den Alltag zum Teil gemeinschaftlich gestalten und auch Probleme miteinander lösen“, sagt Dorothée Köster.
Infos unter
dorotheekoester@web.de (tj)
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