Geschwister im Blick

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Geschwister, die im SOS Kinderdorf leben, sind in unterschiedlichen Familien untergebracht. So auch Marco und sein Bruder Sebastian (r). Dennoch sehen sie sich täglich Fotos: blu

Wie das Harksheider SOS-Kinderdorf Bindungen ermöglicht

Norderstedt. Geschwister zu haben ist toll. Das geht auch Marco und Sebastian nicht anders. Dabei führen die beiden kein klassisches Familienleben. Die Jungs leben seit viereinhalb Jahren im SOS-Kinderdorf Harksheide und dort jeder in seiner eigenen Kinderdorffamilie. „Schwestern und Brüder sind etwas Wunderbares“, sagt Dorfleiter Jörg Kraft, aber sie würden häufig in einer konkurrenzähnlichen Situation leben.
Das gelte besonders für Kinder, die aus stark belasteten Lebensverhältnissen kämen. „Ein normaler altersgerechter Alltag ist für viele unserer Kinder etwas Neues, an das sie sich erst gewöhnen müssen. Bei der Unterbringung entscheiden wir deshalb weniger nach Verwandtschaftsgrad als nach dem Alter und den anstehenden Entwicklungsschritten, denn jedem sollen optimale Lebensbedingungen geboten werden.“ Für den 15-jährigen Marco und seinen zwei Jahre jüngeren Bruder ist es in Ordnung, dass sie in unterschiedlichen Häusern wohnen, jeder mit einer eigene Dorfmutter und vier weiteren Kindern. „Wir sind trotzdem jeden Tag zusammen“, sagt Marco. Am liebsten chillen sie im dorfeigenen Jugendtreff, kickern eine Runde oder spielen Fußball. Da beide talentierte Torhüter sind, stellen sie sich manchmal zusammen in den Kasten – dann hat die gegnerische Mannschaft keine Chance. Außer ihnen leben von insgesamt 48 Kindern noch 29 weitere Geschwister aus zehn verschiedenen Familien im Kinderdorf, das jüngste ist erst 18 Monate alt. „Wirklich trennen würden wir Geschwister nie“, unterstreicht Jörg Kraft, „aber so erleben die Großen, dass es den Kleinen gut geht und sie sich trotzdem um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern können.“ Für Marco heißt das, sich schon mal beruflich zu orientieren. Gerade hat er einen Schnuppertag bei der Dekra absolviert. Auf jeden Fall soll es etwas Handwerkliches werden, denn das liegt dem kräftigen Jungen. (blu)
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