Glück und Sorgen mal drei

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Der vierjährige Marlon hält Schwester Maya im Arm. Andrea Arnold mit Amelie und ihr Mann Karsten mit Liam

Familie Arnold und ihr neues Leben mit Drillingen

Norderstedt. Als Einzelkind sollte Marlon Elias auf keinen Fall aufwachsen. Doch nun hat der Vierjährige auf einen Schlag drei Geschwister bekommen.
Als Andrea und Karsten Arnold im November erfuhren, dass sich Drillinge ankündigen, waren beide – gelinde gesagt – geschockt. „Das war schon ein Hammer, doch dann haben wir uns gefreut“, erinnert sich der 37-jährige Norderstedter Karsten Arnold. Reicht der Platz im Haus für eine Großfamilie? Wir brauchen ein neues Auto! Wie schaffen wir den Babyboom finanziell? – schoss es dem Vater durch den Kopf. Die werdende Mutter machte sich Sorgen, ob alle drei Babys gesund auf die Welt kommen würden. Das sind sie – in der 35. Schwangerschaftswoche. Am 15. April, erblickten Maya Sophie, Amelie Lynn und Liam Samuel in der Asklepios-Klinik Nord das Licht der Welt. Anfangs brauchten die Kleinen leichte Unterstützung beim Atmen, waren sonst kerngesund und durften Anfang Mai in ihr Zuhause nach Garstedt umziehen.

Der große Bruder

Dort ist jetzt alles ziemlich beengt, schließlich ist das Haus für höchstens vier Personen konzipiert. Die Zimmeraufteilung passt hinten und vorne nicht, und Karsten Arnold denkt bereits über einen Anbau nach – ein finanzieller Kraftakt. Der dringend benötigte Siebensitzer steht dagegen bereits vor dem Haus. Leider sind die Anschnallgurte zu kurz für die Babyschalen. Improvisation ist gefragt - auf allen Ebenen.
„Vieles ist nur für Zwillinge ausgelegt“, fand die 38-Jährige heraus. Noch passen die drei Kleinen zusammen in ein Gitterbettchen und den Zwillingswagen, aber bald sind sie dafür zu groß, dann muss etwas Neues her. An Elternzeit braucht Andreas als Angestellter gar nicht zu denken. Seine Frau wird auch nicht so schnell in ihren Beruf zurückkehren. Die jungen Eltern wünschen sich und brauchen Unterstützung.
„Mancherorts übernehmen Ministerpräsidenten Patenschaften und Mäzene helfen Familien“, weiß der vierfache Vater. Von der Stadt Norderstedt ist er enttäuscht – lediglich einen Gutschein für drei Baby-T-Shirts gab es. So sind sie auf hilfsbereite Nachbarn angewiesen, die mal auf den stolzen Bruder aufpassen, wenn die Kleinen zu Arztterminen müssen. Eine nötige Haushaltshilfe bewilligt die Krankenkasse leider nicht.
Damit Marlon nicht zu kurz kommt, nimmt sich jede Woche ein Elternteil Zeit für den Vierjährigen. Am Sonntag war Andrea mit ihrem Großen im Wildpark. Ganz ohne Babygeschrei, Füttern und Wickeln - auch für sie eine Auszeit von ihrem Dreigestirn. (blu)
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