Griechische Gemeinde wieder aktiv

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Panos Memetzidis ist der neue Vorsitzende der griechischen Gemeinde Bönningstedt. Foto: bf

Kinder können an der Schule in Hamburg unterrichtet werden

Von Burkhard Fuchs
Bönningstedt/Quickborn. Die Finanzkrise in ihrem Heimatland traf auch Griechen, die seit Jahrzehnten in Quickborn und Umgebung leben. Im letzten Jahr musste plötzlich die griechische Schule in Bönningstedt schließen, weil der griechische Staat den Lehrer nicht mehr bezahlte. So kam dieser einfach nicht mehr aus dem Urlaub zurück, die 30 Kinder konnten nicht mehr in griechischer Sprache, Geschichte und Kultur unterrichtet werden.
Das soll sich jetzt ändern. Quickborns Stadtwerkechef Panos Memetzidis, der die deutsche und griechische Staatsbürgerschaft besitzt, und seit 25 Jahren in Deutschland lebt, hat Kontakt zur griechischen Gemeinde Hamburg aufgenommen.
In Hamburg-Lokstedt, wo zurzeit 54 griechische Kinder am Gymnasium Corveystraße unterrichtet werden, sei noch Platz für die Kinder aus Bönningstedt. Das bestätigt Lehrer Ionnis Papatrechas. „Wir nehmen sie gerne auf.“ Seine Schüler lernten neben der Sprache auch Kultur, Geschichte, Erdkunde, Folklore und Tanz in sechs Schulklassen.
Memetzidis, der zum Vorsitzenden der griechischen Gemeinde Bönningstedt gewählt wurde, geht davon aus, dass zunächst die Eltern einen Fahrdienst für die Schulfahrten organisieren. „Mittelfristig wäre ein eigener Schulbus natürlich ein Traum.“ Auch seine Frau Anna, die Klavierlehrerin ist, würde sich gerne am musikalischen Unterricht für die griechischen Kinder beteiligen.
Memetzidis hat noch weitere Pläne. Er möchte die griechische Gemeinde gerne auch für Deutsche öffnen. So könnte ein griechisch-deutscher Freundschaftsverein gegründet werden. Sein Aufruf vor einem Jahr, die griechische Schule zu retten, hat zahlreiche deutsche Förderer aus dem Raum Quickborn auf den Plan gerufen.
Zudem soll das griechisch-deutsche Freundschaftshaus in Bönningstedt, das die Griechen für von der Gemeinde mieten, renoviert und umgebaut werden. „Wir wollen aus dem Büro einen Spielraum für Mütter mit kleinen Kindern schaffen.“ Auch ein regelmäßiger Gottesdienst ist geplant. Eine Internetseite für die Angebote der griechischen Gemeinde soll aufgebaut werden. Und es sollen regelmäßige Kulturfeste veranstaltet. Eine Teilnahme am Ausländerfest in Quickborn ist in Planung.
Memetzidis: „Es werden in Zukunft noch mehr Griechen nach Deutschland kommen. Deshalb sollte die Gemeinde noch aktiver werden.“ (bf)
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