Grote will U-Bahn bis Ulzburg-Süd

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Die U-Bahn soll künftig nicht in Norderstedt- Mitte als Endstation halten, sondern bis Ulzburg-Süd weiterfahren Foto: Fuchs

Norderstedts Oberbürgermeister hat die Bahn-Verlängerung und finanzielle Hilfe fürs Umland auf der Agenda

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt
Auch seine vierte Amtszeit, die am 1. Dezember begonnen hat, wird nach sechs Jahren enden. Doch der 61 Jahre alte Verwaltungschef Hans-Joachim Grote hat noch reichlich Ideen und Visionen für Norderstedt, deren Verwirklichung wohl über seine Amtszeit hinausgehen dürfte. Grote spricht von einer Verlängerung der U-Bahn bis Ulzburg-Süd, was nach heutigen Berechnungen 400 Millionen Euro kosten würde. Das Rathaus soll angebaut werden. Die Leihfahrrad- und Carsharing-Systeme, die zurzeit nicht mit Hamburg kompatibel sind, sollen vereinheitlicht werden. Mit dem ländlichen Umland will der Norderstedter OB eine ganze neue Art der Arbeitsteilung anstreben, die die Stadt Norderstedt zu einem Investor für dessen Fortschritt machen soll. „Wir müssen einen Mechanismus schaffen, damit sich der ländliche Raum entwickeln kann und wir dafür zahlen. Wir dürfen nicht mehr allein innerhalb der Stadtgrenzen denken.“
Die Digitalisierung der Gesellschaft werde vor allem die Mobilität verändern, ist Grote überzeugt, der ohnehin seit langem von den Datenautobahnen spricht, die die Bedeutung der Straßenautobahnen ablösen werden. Dazu gehört aus seiner Sicht eine völlig neue Infrastruktur für Elektroautos, für die die Stadtwerke sorgen sollten, indem sie Ladestationen an jedem Parkplatz im Stadtgebiet schafft.

U-Bahn von Norderstedt-Mitte bis Ulzburg

Parallel dazu müsste der öffentliche Nahverkehr attraktiver werden. Wenn ab 2021 wie geplant die S-Bahn von Hamburg bis Kaltenkirchen fährt, sollte auch über eine Verlängerung der U-Bahn von Norderstedt-Mitte bis Ulzburg nachgedacht werden, fordert Grote. Das Mindeste sollte eine erhebliche Verbesserung des Fahrkomforts mit neuen Zügen und schnellerer Taktung der AKN-Verbindung A2 sein. Und da will er nicht auf die neuen Züge der AKN-Linie A1 warten, die dann von der Strecke Kaki – Ulzburg – Eidelstedt nach Norderstedt abgezogen werden sollen, wenn die S-Bahn kommt. „Wir wollen nicht zweite Wahl sein und die abgelegten Fahrzeuge der AKN übernehmen. Das entspricht nicht meinem Selbstverständnis einer modernen Stadt.“

Neue P&R-Plätze

An den Bahnhöfen Friedrichsgabe und Meeschensee sollen große Park-and-Ride-Plätze entstehen, um den Autoverkehr aus der Stadt herauszuhalten und die Pendler schon frühzeitig zum Umsteigen in die Bahn zu bewegen. Die Bahnhöfe sollten über schnelle Radwege verbunden werden. Wo das nicht reicht, sollten kleine Bus-Shuttle-Systeme sie mit Minibussen aus ihren Wohnquartieren abholen und sie wieder dorthin zurückbringen. „Die Stadt Norderstedt muss das finanziell bezuschussen.“ Mit einem völlig neuen Gedanken will Norderstedts OB den Finanzausgleich und die Landesplanung revolutionieren. Da sich die Nachbargemeinden wie Tangstedt, Kisdorf, Nahe oder Wakendorf II gewerbemäßig nicht entwickeln dürften, müsste die Stadt Norderstedt ihnen helfen. Mit Infrastruktur, indem wilhelm.tel sie mit einem Breitbandnetz versorgt. Finanziell, indem sie an der Gewerbesteuer beteiligt würden, schlägt Grote als Idee vor.
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