Hat die Großgemeinde das Zeug zur Stadt?

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Ob die Straßenschilder bald geändert werden müssen, soll laut WHU ein Bürgerentscheid klären.

Wählergemeinschaft schiebt Diskussion um das Thema erneut an

Henstedt-Ulzburg. Stadt oder Dorf? Diese Frage wird seit vielen Jahren heftig diskutiert: Bleibt Henstedt-Ulzburg mit 27.650 Einwohnern auf Dauer das größte Dorf in Schleswig-Holstein oder wird die Großgemeinde irgendwann einmal zur Stadt?
Die Wählergemeinschaft „Bürger für Bürger“ (BfB) wirft das Thema erneut auf und fordert einen Bürgerentscheid. Möglich, dass es bei der nächsten Gemeindevertretersitzung am 16. April diskutiert wird.
„Die Befragung könnte am
22. September zur Bundestagswahl stattfinden“, sagte Doris Dosdahl, die stellvertretende BfB-Vorsitzende. Das Ergebnis wäre zwar nicht bindend für die Kommunalpolitiker, jedoch würde sich ihre Fraktion dafür einsetzen, den Wunsch der Bürger umzusetzen. „Ich sehe das Thema leidenschaftslos, die WHU ist für Veränderungen offen“, meinte WHU-Fraktionschefin Karin Honerlah. „Firmen glauben, dass sie in einer Stadt höhere Aufmerksamkeit erhalten. Dass Henstedt-Ulzburg keine Stadt ist, hat mit der Ära Dornquast zu tun.“
Volker Dornquast (CDU), Bürgermeister zwischen 1988 und 2009, vertrat stets folgenden Standpunkt: „Ich bin lieber Bürgermeister im größten Dorf als in einer Stadt unter ferner liefen.“ So sehen es heute die meisten seiner Parteikollegen. SPD-Fraktionsvorsitzender Horst Ostwald äußerte sich diplomatisch: „Stadtwerdung hat keine Vor- und keine Nachteile. Nichts würde sich ändern, außer den Ortsschildern.“ Einige Argumente sprechen für eine Stadtwerdung. Aktuell läge Henstedt-Ulzburg bei über 60 Städten im nördlichsten Bundesland an 13. Stelle, noch vor Heide, Husum und Schleswig.
Die Gründe, die dagegen sprechen, sind oft emotionaler Natur. Viele Bürger fühlen sich nicht als Städter, sie sind bewusst aufs Land gezogen oder wurden hier im Dorf geboren und fühlen sich ihm verbunden. Auch gibt es keinen klassischen Ortsmittelpunkt, seit Henstedt-Ulzburg vor mehr als 40 Jahren aus vier Orten gebildet wurde. (rj)
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