Herr über 4.500 Schäfchen

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Pater Kuriakose Moozhayil kümmert sich um 4.500 Katholiken aus Norderstedt und Henstedt-Ulzburg Foto: tj

25 Jahre im Dienst der Kirche: Kuriakose Moozhayil ist Pater in St. Hedwig

Norderstedt Zeit für Rückblicke bleiben Kuriakose Moozhayil selten. Seit 25 Jahren betreut der aus Indien stammende Priester Gottesdienste in Senioreneinrichtungen, spricht auf Beerdigungen, leitet Pfadfinder an oder organisiert Zeltlager sowie die regulären Gottesdienste in der St. Hedwig Kirche am Falkenkamp. Etwa 4.500 Katholiken aus Norderstedt und Henstedt-Ulzburg sind seine Schäfchen.
Der Mensch steht seit Beginn seines Dienens für die Kirche im Mittelpunkt. „Für mich war das einfach Berufung und ich bin nach wie vor sehr zufrieden und glücklich mit meinem Entschluss.“
Der 1961 in Südwest-Indien geborene Pater wuchs in einem römisch-katholischen Elternhaus auf, schon seine Urgroßeltern hatten diesen Glauben. Zunächst arbeitete der 53-Jährige als Sozialarbeiter. Während dieser Zeit spürte er eine Sehnsucht nach Gott und suchte nach Wegen, mit ihm in Verbindung zu kommen. Er fand sie in der Kirche und seiner Tätigkeit. Nach seiner Weihe war er drei Jahre lang Spiritualdirektor im Priesterseminar, wo Nachwuchspriester ausgebildet werden. 1993 ging er nach Bayern und verbrachte 17 Jahre in Neuburg an der Donau.
„Deutsch habe ich zuvor für zwei Monate am Goetheinstitut in Nordindien versucht zu lernen, sowie in Murnau in Deutschland“, sagt er. Schwer fiel ihm die neue Sprache nicht. „Die Sprachbegabung ist eine Gnade Gottes“. Einen Unterschied zwischen der süddeutschen und norddeutschen Mentalität hat Kuriakose, der in seiner Freizeit gern Violine und Keyboard spielt, sehr wohl erkannt
„In Bayern geht man zum Gottesdienst und verschwindet dann nach Hause. In Norderstedt ist der Gottesdienst und das Kaffeetrinken danach ein Treffen. „Man bleibt und genießt das Zusammensein“, erklärt Kuriakose.
Auch wenn seine Arbeit ihm Freude bereitet, wünscht er sich manchmal Zeit zum Rückzug.
Seine Exerzitien würde er gern noch weiter vertiefen. Damit meint der Pastor, den Rückzug beispielsweise in ein Kloster, um durch Gebete, Meditation oder Schweigen Gott noch näher zu kommen. „Das ist im normalen Lebensumfeld kaum zu schaffen. Die längste Reise ist für den Katholiken die Reise nach innen.“
Mit Kritikern seiner Religion und seiner Person geht Kuriakose gelassen um. „Jeder darf seine Meinung sagen. Allerdings bleibe ich neutral“, sagt er. (tj)
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1 Kommentar
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Thomas Kaufhold aus Norderstedt | 01.04.2015 | 11:19  
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