Herz und Geist für andere öffnen

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19 Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums möchten mit der Projekt-Firma „Open minded“ zum besseren Verständnis für Geflüchtete beitragen Foto: Blume

„Open the Box“: Gymnasiasten beschreiten in der Völkerverständigung neue Wege

Von Claudia Blume
Norderstedt
Die farbig bemalte Box „fühlt“ sich an wie ein Geschenk. Sie enthält Schätze aus anderen Kulturen und ist gefüllt mit Informationen über Menschen aus Syrien, über Asylrechte und gängige Vorurteile sowie deren Entkräftung. Dabei ist auch ein selbst gestaltetes Kochbuch regionaler Gerichte, süße Spezialitäten, ein Beutelchen Tee und ein Stück syrische Seife. Die Info-Box entwickelt und zusammengestellt hat die Schülerfirma „Open minded“. 19 Neuntklässler des Lise-Meitner-Gymnasiums (LMG) möchten im Rahmen des bundesweiten Junior-Projektes, das vom Institut der Deutschen Wirtschaft unterstützt wird, ihren Beitrag zur Flüchtlingsproblematik leisten. „Das Thema beschäftigt uns alle. Mit unserem Motto ‚Open the box. Open your mind. Open your Heart.’ wollen wir anregen, weltoffen, neugierig und interessiert zu sei, um Verständnis für Menschen in Not und ihre Fluchtgründe entwickeln zu können“, erklärt Geschäftsführerin Marie Goldstein. Die 14- und 15-Jährigen setzen mit ihrer Firma auf soziales Engagement. 100 Anteilsscheine zwischen fünf und 50 Euro haben sie an Eltern, Verwandte, Freunde und Lehrer verkauft, um mit 420 Euro starten zu können. „Der Einkauf der Materialien verschlang bereits 170 Euro“, weiß Finanzvorstand Erik. 20 Info-Boxen sind bereits fertig: Texte wurden handschriftlich auf Farbpapier erstellt, der Tee abgefüllt, Flyer gedruckt, die Homepage ist in Arbeit – doch der Absatz stockt. Lediglich zwei Boxen à 15 Euro wurden bislang verkauft. „Das größte Problem ist, dass die weitgehend positive Stimmung in Deutschland hinsichtlich der Flüchtlingslage kippt und die Resonanz geringer als erwartet ist“, sagt Gerd Clasen, Mittelstufen- und Projekt-Koordinator am LMG, „schade für die Schüler, denn sie haben mit großer Euphorie ein mutiges Thema gewählt. In dem Fall steht jedoch die persönliche Entwicklung des einzelnen über dem wirtschaftlichen Erfolg des Ganzen.“ So lernen die jungen Team-Mitglieder nicht nur wie ein Wirtschaftsunternehmen mit Buchhaltung, Marketing, Verwaltung und Produktion funktioniert, sondern auch im Zwischenmenschlichen – etwa bei ihren Recherchen im Willkommen-Café der Falkenbergkirche. „Beim ersten Kontakt waren wir alle zurückhaltend, hatten aber beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielen gleich viel Spaß miteinander“, erzählt Marie Goldstein, die sich nach Abschluss des Junior-Projektes weiter engagieren möchte. Nun hoffen die Schüler auf Kennenlern-Nachmittage der künftigen Fünftklässler sowie auf das Flüchtlingsprojekt in Kooperation mit dem Atrium, um noch einige Info-Boxen verkaufen zu können. Der Erlös nach Abwicklung der Firma soll dem Willkommen-Team gespendet werden.

Weitere Informationen und Bestellungen unter www.gclasen.de/open-minded
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