Hitzige Debatte um „Solarhöfe“

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Stadtrat Thomas Bosse spricht zu den besorgten Anwohnern. Bei der Informationsveranstaltung warb er offensiv für mehr Wohneinheiten nahe der Schienen Foto: now

Baudezernent stellte Garstedter Projekt vor. Anwohner sind skeptisch

Norderstedt. Die Bauarbeiten im westlichen Teil des Garstedter Dreiecks haben mit einem Jahr Verspätung endlich begonnen. Jetzt will Baudezernent Thomas Bosse den östlichen Bauabschnitt auf den Weg bringen.
Zweieinhalb Stunden dauerte die erste Informationsveranstaltung für die Anwohner des Areals „Solarhöfe“ westlich der U-Bahn-Station „Richtweg“. Basis ist die schon fast ein Jahrzehnt alte Masterplanung für das gesamte Gelände.
Obwohl scheinbar nur wenige Anwohner direkt von dem geplanten Gebiet mit rund 210 Wohneinheiten betroffen sind, kamen etwa 100 Bürger in die Aula des Coppernicus-Gymnasiums, um sich die bisherigen Pläne anzusehen, zu hören, was die Stadtplaner vorhaben und auch ihre Kritik an dem neuen Bauvorhaben anzubringen.

„Ich befürchte, dass der Ausdruck ‚Wohnen im Grünen‘ nicht mehr stimmen wird“, sagt zum Beispiel Anwohner Uwe Wüst. Er steht ratlos vor den Bauzeichnungen, die bis zu viergeschossige Mehrfamilienhäuser plus Staffelgeschoss zeigen.
„Wir sind überall unterhalb der Baumgipfel“, entgegnet Stadtrat Bosse. Zu den Vorwürfen einiger Anwesender, die geplante Siedlung passe nicht in die Landschaft, sagt der Baudezernent: „Die geplanten Bauinseln des Vorentwurfes sollen laut Planern und Stadtverwaltung genau die Knickstruktur am Garstedter Dreieck berücksichtigen.“ Und trotzdem habe die Siedlung, laut Bosse, urbanen Charakter. „Wir wollen so viele Leute wie möglich, nahe der Schiene unterbringen.“
Vor allem die Bewohner des Richtwegs sehen Baupläne mit Sorge. Rund um die Einzel- und Reihenhäuser sollen zunächst drei Wohnblöcke mit jeweils drei bis vier Häusern entstehen. Die letzten der geplanten 210 Wohneinheiten können jedoch nur gebaut werden, wenn die bisherige Bestandsbebauung nicht mehr existiert.
Viele Anwohner befürchten daher, enteignet zu werden.

„Sie haben Bestandsschutz, Enteignungen wird es nicht geben, die sind gar nicht zulässig“, sagte Bosse. Doch obwohl es sich um eine erste Informationsveranstaltung handelt und ab sofort Einwände und Anregungen zu den Plänen möglich sind, scheint der Planungsentwurf schon einige Weichen gestellt zu haben. So sieht der Entwurf für alle Häuser einen Sockel vor, in dem Tiefgaragen und Hausinfrastruktur untergebracht werden sollen. Während der Stadtrat die preisgünstigere Bauweise lobt, sehen die Anwohner die zusätzliche Höhe der Bauten problematisch. Bis 15. Januar werden die Vorentwürfe im Rathaus aushängen, bis dann sind schriftliche Einwände möglich. (now)
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