Im Ausland lernen

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Feenja Carstens (links) flog nach Irland und arbeitet als Au-Pair-Mädchen, ihre Schwester Merle kümmert sich ab Anfang September um behinderte Kinder in Ghana. Foto: Jaeger

Schwestern verbringen mehrere Monate in Irland und Ghana, um Sinnvolles zu tun

Alveslohe. 14.15 Uhr, Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel. Die Maschine der British Airways rast auf der Startbahn in Richtung Norderstedt und gewinnt langsam an Höhe. Das Ziel heißt London-Heathrow. Mit an Bord: Feenja Carstens (20) aus Alveslohe.
Ihre Eltern Petra und Steffen schauen dem Flieger etwas wehmütig nach, denn Feenja ist auf dem Weg nach Rathbarry, einer Kleinstadt in der Nähe von Cork (Irland). Dort wird sie neun Monate lang bei einer Familie mit zwei vier- und achtjährigen Jungen als Au-Pair-Mädchen arbeiten. Den Kontakt zu den Gastgebern hat sie über das Internet geknüpft. Dieser Abschied fällt den Eltern schon sichtlich schwer, aber ihnen steht noch einer weiterer bevor. Am 31. August fliegt Feenjas Schwester Merle (25) mit Turkish Airlines über Istanbul nach Accra, der Hauptstadt Ghanas. 60 Kilometer südlich, direkt an der Atlantikküste, liegt die Universitätsstadt Winneba (45 000 Einwohner).
Erfahrungen sammeln
Hier wird Merle, die in Hamburg und Oldenburg/Niedersachsen mit Bachelor- und Master-Abschluss Sonderpädagogik auf Lehramt studiert hat, für knapp ein halbes Jahr an einer Schule für geistig behinderte Kinder arbeiten. „Ich möchte etwas Sinnvolles tun und nicht einen Leerlauf von mehreren Monaten haben, bevor ich ins Berufsleben eintreten“, sagt sie. Sie wohnt bei einer Gastfamilie in Winneba. Nach ihrer Rückkehr hofft sie auf eine Beamtenstelle im Schuldienst.
Am liebsten in der Jan Korczak-Schule in Kaltenkirchen, einem Förderzentrum mit Schwerpunkt Geistige Entwicklung. Hier hat Merle Carstens vor sechs Jahren ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert und ihre Bestimmung gefunden.
Über das Internet fand sie Kontakt zum gemeinnützigen, eingetragenen Verein BEZEV e.V. (Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit), der sich für eine gleichberechtigte Beteiligung von Menschen mit Behinderung an Entwicklungsprozessen einsetzt.
Kosten
75 Prozent ihrer Kosten übernimmt das Entwicklungsministerium, das restliche Viertel bezahlt BEZEV. Der Verein finanziert Mitarbeiter überall in der Welt und existiert von Spenden. Informationen: merle.carstens@web.de oder merleinghana@gmail.com. (rj)
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