In jedem Kind steckt ein Artist

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Die Ubuntu-Artisten zeigen auf ihrer Tour, was sie alles gelernt haben. Im Bild die Jonglage-Gruppe vorm Norderstedter RathausFotos: bf

Das besondere Zirkusprojekt „Ubuntu“ gastiert ab 30. Juni in Norderstedt

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt. Ein ganz ungewöhnliches Zirkusprojekt ist vom 30. Juni bis 2. Juli im Stadtpark zu bestaunen. Dort zeigen die 70 aktiven jugendlichen Clowns, Artisten, Akrobaten und Jongleure des Zirkus Ubuntu jeweils um 14.30 und 17 Uhr im Feldpark ihr neues Programm „Eine Frage des Herzens“ lautet das Programm, mit dem sie gerade auf Tour durch Schleswig-Holstein sind.
Das Besondere an diesem Zirkus ist die Herkunft seiner Teilnehmer: Es handelt sich um Kinder und Jugendliche, die schulmüde, verhaltensauffällig oder schwer erziehbar waren und über die Zirkusschule Ubuntu neue Lebensfreude und Selbstbewusstsein gewonnen haben, berichtet Artistentrainer Fido, der seit elf Jahren dabei ist und mit bürgerlichem Namen Sebastian Geister heißt.

Gemeinsame Erlebnisse

„Kein Mensch kommt als Clown oder Artist zur Welt“, erklärt Fido das Selbstverständnis von Ubuntu. „Uns interessiert auch nicht die perfekte oder sensationelle Einzelleistung. Wichtig sind die Erlebnisse und das Lernen in der Gemeinschaft, die zu diesen Kunststücken führen.“ Die Teilnehmer lernten auf spielerische Art Freude an der Bewegung, ein neues Körpergefühl kennen ebenso wie Disziplin und Kreativität, die sie oft zu neuen Persönlichkeiten machten.

„Kein Mensch
kommt als Clown
oder Artist
zur Welt.“
Sebastian Geister

Das heiße natürlich nicht, dass die Zirkus-Show die Zuschauer nicht in ihren Bann ziehen wird, betont Fido. „Wir bieten eine zweieinhalbstündige Aufführung in der Manege, die Besucher verzaubern und von einer längst vergangenen Welt träumen lassen wird. Es wird sie berühren, nachdenklich stimmen und ihnen ein Lächeln auf die Lippen zaubern.“
Das Projekt „Ubuntu“ wurde 1995 ins Leben gerufen und hat seitdem 750 Jugendlichen zeitweise eine Heimat und Geborgenheit gegeben, erzählt Fido. Einige seien seit vielen Jahren dabei, andere würden nach kurzer Zeit wieder zu ihren Familien zurückkehren. „Bei uns bekommen sie eine Auszeit von der Schule und lernen die große Welt im Kleinen kennen.“
Neben der Zirkusschule würden die Jugendlichen auch in Kochen, Nähen und Schweißen ausgebildet. 2009 ist Ubuntu zu einem Leuchtturmprojekt der Aktiv-Region Schleswig-Holstein erklärt worden.
Der Name

Ubuntu kommt aus den Bantus-
prachen der Zulu und Xhosa in Süd-afrika und bedeutet Menschlichkeit, Nächstenliebe, Gemeinsinn und das Bewusstsein, dass man selbst Teil eines Ganzen ist.

Mitmachen ab zwölf Jahren

Jeder Jugendliche ab zwölf Jahren kann bei diesem sozialen Zirkusprojekt, das sich allein aus Spenden und den Eintrittsgeldern der Zirkus-Tournee finanziert wird, mitmachen. Bevor das Ensemble auf Tournee geht werden die Kunststücke auf einem Trainingsgelände in Horst bei Elmshorn einstudiert. Interessierte können sich unter Tel.: 04126/39 55 10 melden. (bf)
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1 Kommentar
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florentine kroug aus Ahrensburg | 28.06.2013 | 08:09  
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