„Integration leben“

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Musik verbindet: Der kasachische Liedermacher Wladimir Sabroda spielt am 25. April im Festsaal am Falkenberg Foto: blu

NOWI, Verein Norderstedter Aussiedler, lädt zum Konzert

Von Claudia Blume
Norderstedt
„Integration muss man leben und mit einem breiten Kultur-, Sport- und Bildungsangebot lebendig halten“, sagt Michael Wolfsohn, seit einem Jahr Vorsitzender von NOWI, dem Norderstedter Verein für Ost-West-Integration.
Sprachkurse und Kultur 2002 gegründet, trat der Verein, der als Kulturträger Norderstedts anerkannt ist, ursprünglich für ein harmonisches Miteinander von Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion und Norderstedtern ein. In erster Linie ging es um Hilfen für die Neubürger etwa bei der Wohnungssuche und Behördengängen. Im vergangenen Jahr stand der Verein vor der Auflösung, das Konzept hatte sich überholt, die Nachfrage wurde immer geringer.
„Letztendlich wurde nur noch die russische Kultur gepflegt – das entspricht jedoch nicht dem Integrationsgedanken“, erklärt Wolfsohn, der aus Weißrussland stammt, seit 2001 in Deutschland lebt und die deutsche Staatsangehörigkeit sowie einen deutschen Namen erhalten hat. Er weiß, wie schwierig ein Neuanfang in einem fremden Land ohne Sprachkenntnisse und nötige Kontakte ist.
„Und zwar Kontakte zu Einheimischen, nicht zu Landsleuten“, betont der 47-Jährige. „NOWI ist für alle Interessierten offen. Jeder ist willkommen, gleich welcher Hautfarbe oder Herkunft.“
Rund 100 Mitglieder kommen aus 20 verschiedenen Nationen und nutzen das vielfältige Angebot, darunter Computerkurse, Deutsch-, Englisch- und Russisch-Kurse, Nachhilfe. Viel Wert legt der ehemalige russische Vize-Meister im Boxen auf Sport als Integrationsmittel – so bietet er selber Nordic Walking und Qigong an. Im kulturellen Bereich hat sich die Tanzgruppe „Sjurpris“ für Mädchen und junge Frauen bereits einen Namen gemacht, hinzu gekommen ist eine neue Theater-Gruppe und ein Gitarrenkurs mit Wladimir Sabroda.

„Meine Songs singe ich auf Russisch und Deutsch.“ Wladimir Sabroda

Der 42-jährige Songwriter und Musiker aus Kasachstan spielte bereits auf vielen Festivals in Russland und der Ukraine und gibt am kommenden Sonnabend, 25. April, um 20 Uhr sein erstes Konzert im Festsaal am Falkenberg in Norderstedt. Die Karten kosten fünf Euro. „Meine Songs singe ich auf Russisch und Deutsch“, erklärt Sabroda, der seit 2000 mit seiner Familie in Harksheide lebt – sein Zeichen für gelebte Integration.

Informationen über den Verein gibt es unter www.nowi-norderstedt.de
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