Ist Norderstedt reif für ein Mobilitätsticket?

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Peter Holle, Gerd Leiteritz und Arne Berg (v.l.) setzen auf E-Mobilität und Carsharing in Norderstedt Foto: Blume

Stadt will künftig den Verkehr sinnvoll führen. Carsharing-Autos mit Elektromotoren gehören dazu

Von Claudia Blume
Norderstedt
Die Stadt wächst. Was nicht wächst, ist die Kapazität der Straßen. Wohin also mit dem Verkehr, hat sich die CDU gefragt und in der Sommerpause ein Mobilitätskonzept erarbeitet. „Wir wollen die künftigen Verkehre aus Norderstedt-Mitte raushalten und Parkhäuser für Pendler an den Einfallachsen bauen, etwa an der Quickborner Straße und im Rahmen der Neustrukturierung des ZOB Glashütter Markt“, erklärt Verkehrsexperte Peter Holle. Zu seinem „Rezept“ für die mobile Zukunft Norderstedts zählt zunächst die Anschaffung von 50 Carsharing-Autos mit überwiegendem Anteil an Elektromotoren – damit würden wichtige Ziele wie Nachhaltigkeit, Lärmminderung und CO2-Reduzierung erreicht. Als Betreiber könnten Stadtwerke oder Fremdunternehmen fungieren. Bisher stehen stadtweit lediglich fünf Fahrzeuge zur Verfügung. Idealerweise könnten die Leihwagen auch in Hamburg zurückgegeben werden. „Flexible Verknüpfung ist in Norderstedt derzeit Fehlanzeige“, sagt Peter Holle. Nach dem Vorbild von Hamburgs „switchh“ möchte er auch in Norderstedt eine Mobilitätsplattform installieren. „NOMO“ soll das Norderstedter Mobilitätsticket heißen und als Verknüpfung von Carsharing, Leihrädern und ÖPNV dienen. „Per App wird dem Nutzer der kürzeste und schnellste Weg von A nach B angezeigt – ein Angebot, das nachhaltig der ganzen Stadt zugute kommt“, ist sich Holle sicher. Auch beim Thema autonomes Fahren und Ridesharing müsse die Stadt an Testphasen und Förderprogrammen teilnehmen, um nicht den Anschluss zu verpassen. Das Verkehrskonzept wird die CDU am 6. Oktober im Stadtentwicklungsausschuss präsentieren. Den Fraktionen der anderen Parteien liegt die Ausarbeitung bisher nicht vor. In ersten Reaktionen zeigen sich die Politiker wohlwollend bis skeptisch. Nicolai Steinhau-Kühl, SPD: „P+R am Stadtrand ist sinnvoll, Carsharing ein guter Weg. Allerdings ist der Bedarf schwierig zu ermitteln.“ Rüdiger Grube, Grüne: „Die Idee des Carsharing ist noch nicht beim Bürger angekommen. Nur die Fahrzeuge hinzustellen reicht nicht.“ Tobias Clasen, FDP: „Das Norderstedt-Ticket ist ganz unsere Idee, die bisher an der Zusammenarbeit mit dem HVV scheiterte. Fürs erhöhte Carsharing-Angebot müssen wir die Wirtschaftlichkeit hinterfragen.“
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