Jahresrückblick im Hamburger Wochenblatt

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Norderstedt: Der Jahresrückblick für das Jahr 2016 Grafik: thinkstock/wb
 
Das kostenlose Parken stand in Norderstedt auf dem Prüfstand und bleibt erst einmal Foto: Blume

Das war das Jahr 2016 in Norderstedt, Quickborn und Tangstedt

Von Claudia Blume, Stefanie Nowatzky und Burkhard Fuchs
Norderstedt
Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende entgegen. In Norderstedt, Quickborn und Tangstedt ist jede Menge passiert. Wir lassen das Jahr noch einmal Revue passieren und zeigen, was die Menschen bewegte.

2016 kamen 1.300 Asylsuchende

Laut Prognose des Kreises Segeberg hätte Norderstedt im Laufe des Jahres 1.390 Geflüchtete aufnehmen sollen. Tatsächlich sind der Stadt jedoch nur 468 Menschen zugewiesen worden (2015 waren es 625). Aktuell leben in Norderstedt rund 1.300 Asylsuchende, vorwiegend aus Syrien, Afghanistan, Iran, Irak und Eritrea.

Hickhack um Pferdesteuer

In Tangstedts Gemeindekasse klafft ein 1,4 Millionen Euro großes Loch. Eine Pferdesteuer könnte es anteilig stopfen. Doch die Gemeindevertreter sind uneins. Und die Reiter wehren sich, bringen ein Gutachten bei, das eine Verfassungswidrigkeit der Abgabe bescheinigt. Nun wird juristisch geprüft.

Parken bleibt kostenlos

Um Dauerparker zu vertreiben, sollte Parken in Norderstedt künftig kosten: zwei Euro pro Tag auf P+R-Plätzen und -Garagen, einen Euro ab der zweiten Stunde in diversen Straßenabschnitten. Bürger und Gewerbetreibende liefen Sturm. Das Parkraumbewirtschaftungskonzept hatten alle Fraktionen bereits befürwortet – doch in letzter Sekunde wurde es überraschend beerdigt. Vorerst.

Besucherrekord dank Lego

Die Ausstellung „Große Träume aus kleinen Lego-Steinen“ begeisterte 17.000 Besucher. Damit setzt sich das Feuerwehrmuseum Schleswig-Holstein mit rund 30.000 Gästen 2016 deutschlandweit an die Spitze aller Sammlungen.

Unermüdliche Tafelfreunde

14 Tonnen Lebensmittel sammeln 160 ehrenamtliche Helfer jede Woche ein und geben sie an 1.000 Bedürftige weiter. Im September wurde die elfte Ausgabestelle der Norderstedter Tafel am Kiwittsmoor eröffnet. Die Auszeichnung „Schmuggler des Jahres“ honoriert das unermüdliche Engagement.

Ohne Gegenkandidat

Hans-Joachim Grote, 61, ist im April zum vierten Mal mit 84,4 Prozent Zustimmung ohne Gegenkandidaten zum Oberbürgermeister gewählt worden. Seit 1998 ist Grote jetzt schon Verwaltungschef in Norderstedt. Seine letzte Amtszeit endet am 30. November 2022. Bis dahin will er sich verstärkt um Lärmschutz, Radschnellwege, die Förderung von Elektromobilität, elektronischen Datenaustausch mit den Bürgern, neue Bildungsangebote und mehr öffentlichen Nahverkehr kümmern.

Köppl setzt sich in Quickborn durch

In Quickborn ist Thomas Köppl, 50, zum dritten Mal zum Bürgermeister gewählt worden. Dabei lag der gebürtige Münchener am Ende mit 50,8 Prozent der Stimmen nur knapp mit 124 Stimmen vor seiner Kontrahentin Annabell Krämer. Anfang des Jahres erlangte Köppl bundesweite mediale Aufmerksamkeit, als er selbst einen Screenshot seines Computerbildschirmes im Internet postete, auf dem Pornoseiten aufgerufen waren. Seine unterlegene Gegenkandidatin gewann im Herbst vor Gericht gegen Köppl. Er hatte sie wegen einer Äußerung zu seinem Stellenplan verklagt.

Blitzer füllen Stadtkasse

Seit September darf die Stadt Norderstedt den fließenden Verkehr in der Stadt selbst überwachen. Bisherige Bilanz: Rund 20.000 Tempoverstöße an den fünf fest installierten Messgeräten. Der schnellste wurde mit 100 km/h zu schnell gemessen. Darüber hinaus gab es auch mehr als 100 Rotlichtverstöße. Die Stadt hat somit mehr als eine halbe Million Euro an Bußgeldern eingenommen, was die Investitionen von einer dreiviertel Million Euro schon fast aufwiegt.

Lastfahrräder als Modellprojekt

Im Sommer startete das größte bundesweite Ausleihsystem für Lastfahrräder, das die Stadt Norderstedt zusammen mit Konstanz am Bodensee für zwei Jahre als Modellprojekt testet. Nun können die umweltbewussten Bürger an den 14 Nextbike-Stationen in der Stadt, wo es 75 normale Fahrräder auszuleihen gibt, auch 24 hochwertige zwei- bis dreirädrige Fahrräder ausleihen, auf denen sie beispielsweise ihren Einkauf verstauen können. Mehrere Hundert Norderstedter haben die 2.500 Euro teuren Räder bereits ausprobiert.

Fahrradparkhaus eröffnet

Nach kurzer Probephase im Winter öffnete im April das erste Fahrradparkhaus Norderstedts offiziell. Inzwischen sind über 250 der 450 Parkplätze vergeben. Und auch kleine Mängel wie die etwas ruppige Rampe in den ersten Stock wurden behoben. Im Juli startete direkt nach der Fußball-Europameisterschaft der erste NoBa Kulturzirkus. Zwei Wochen bezauberten Amateure und Profi-Unterhalter im Stadtpark die Norderstedter. Unter anderem der Norderstedter Comedian und Zirkuskünstler Marcel Kösling und das Polizei-Orchester Hamburg. Nächstes Gastspiel: 2019. Ebenfalls eine Premiere fand in Glashütte statt: Beim Urban Gardening gestalteten Anwohner gemeinsam eine Frei-Fläche. Jetzt laden Gemüsegarten, fester Grillplatz und Tipi jung und alt zu gemeinsamen Festen ein.
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