José liebt deutsche Wurst und Schnee im Harz

Anzeige
José Hernández mit seiner Geige Foto: tj
Norderstedt José Luis Navarro Hernández, 18, kommt aus der sechs Millionen Einwohner starken Metropole Guadalajara in Mexiko und lebt seit August letzten Jahres bei der Norderstedter Familie Grammersdorf, die den jungen Mann für ein Jahr bei sich zu Hause aufnahm. Organisiert wurde sein Aufenthalt von dem YFU, dem Deutschen Youth for Understanding Komitee. Bevor José nach Norderstedt kam, besuchte er gemeinsam mit vielen anderen 16- bis 19-jährigen Ausländern in Bochum ein Deutschseminar.
„Die ersten sechs Monate habe ich kaum etwas verstanden, war eher unmotiviert. Jetzt macht mir die Sprache richtig Spaß“, gibt José zu. Er besucht das Lessing-Gymnasium und wagt sich gerade an die Lektüre „Der Reigen“. In Mexiko hat er längst sein Abitur absolviert und musste nun erneut die Schulbank drücken. „Macht nichts, ich freue mich, dass ich jetzt sogar am Deutschunterricht der Oberstufe teilnehmen kann“, sagt José. Inzwischen ist er so sprachsicher, dass er nach seinem Ingenieurs-Bachelorstudium für Elektronik in Mexiko seinen Masterabschluss in Deutschland absolvieren will.
„Das Essen ist hier so total anders. Ich vermisse auf jeden Fall Tacos und Tortillas“, gibt er 18-Jährige schmunzelnd zu. Dafür begeistert er sich für Döner, Currywurst, Grünkohl, Schnitzel und Kartoffeln. Viel gesehen von Deutschland hat er in seinem Auslandsjahr. „Ich war im Harz, habe Schnee erlebt und bin Langlaufski gelaufen. War in Hessen und fand da die Wurst besonders lecker, Berlin war interessant, Bochum, Weimar, St. Peter Ording an der Nordsee und Kassel waren weitere Stationen. Ich möchte aber noch nach Dänemark“, ergänzt José. Allerdings gemeinsam mit seiner Mariachi-Band, die er über das Internet in Hamburg fand. Seit fünf Jahren spielt er Geige und begeistert sich für die traditionelle Volksmusik seines Heimatlandes. „Üblicherweise besteht eine Mariachi-Band aus 14 Bandmitgliedern, hier in Hamburg spielen wir meist zu viert“.
Am 17. Juli fliegt José zurück nach Hause, vermissen wird er seine Gastfamilie, Hamburg, und seine neu gewonnen Freunde. „Es war eine tolle Erfahrung, ich möchte nun noch Japan, Chile und Brasilien kennen lernen“, verrät José. (tj)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige