Jugendhilfe wird umgebaut

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Sozialdezernentin Anette Reinders will die Jugendhilfe in der Stadt nicht mehr fallabhängig, sondern regional nach Sozialräumen organisieren. Foto: Fuchs

Norderstedt wird jetzt in vier Sozialräume aufgeteilt

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt. Die Stadt Norderstedt will die Sozialarbeit und Jugendhilfe in der Stadt künftig stadtteilbezogen organisieren. „Wir müssen unsere Hilfsangebote für Menschen in schwierigen Lebenssituationen so aufeinander abstimmen, dass diese Menschen besser mit ihren schwierigen Lebenslagen zurechtkommen“, begründet Sozialdezernentin Anette Reinders diesen Vorstoß.
Mit vier Millionen Euro und einem Zuwachs von 30 Prozent seit 2007 ist die Jugendhilfe zu einem enormen Kostenfaktor im Jahresbudget geworden. So wird Norderstedt künftig in vier etwa gleich große Sozialräume aufgeteilt, zwei im Norden und zwei im Süden, mit dem Buchenweg als Grenze, die in etwa den Stadtteilen entsprechen und jeweils zwischen 15.000 bis 20.000 Bürger umfassen, erläutert Reinders. Demgemäß würde dann das Jugendamt im Rathaus auf diese Sozialräume regionalisiert, die 16 Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes in etwa gleich aufgeteilt, wobei der Süden eine halbe Stelle mehr erhalten soll.
„Unser Ziel dabei ist es, die Menschen in Norderstedt zu unterstützen, ihre Lebensvorstellungen so zu verwirklichen wie sie es wünschen“, kündigt die Zweite Stadträtin an, die grundsätzlich grünes Licht für ihr Konzept vom Jugendhilfeausschuss der Stadtvertretung erhalten hat. Die Herausforderung dabei sei, die Jugendhilfe in einen größeren gesellschaftlichen Rahmen einzubinden, sagt Reinders. So schwebe ihr vor, zusammen mit der Vielzahl an freien Trägern, wie den Familienbildungsstätten, der Diakonie oder dem SOS-Kinderdorf, die die einzelnen Hilfsmaßnahmen anbieten, je nach Anforderung und Sozialraum verschiedene Netzwerke zu schaffen. Jeder Träger werde künftig ein eigenes Budget erhalten.
Dabei sollen die Familien der Betroffenen ebenso mitwirken können wie Kindergärten, Schulen, Jugendzentren, Kirchengemeinden, Vereine und Verbände. Dies sei natürlich auch individuell und vom Fall abhängig, betont Reinders. „Wenn eine Kindeswohlgefährdung vorliegt, müssen wir natürlich sofort einschreiten.“ Aber auch Nachbarschaftshilfen für Senioren oder Familien in Not könnten in dieses Sozialraum-Netzwerk der Jugend- und Erziehungshilfen eingebunden werden. Die Sozialdezernentin versichert: „Dieser geplante Umbau der Jugendhilfe soll kein Sparprogramm sein. Wir erwarten, dass wir so flexibler reagieren können und die Hilfen präventiv angenommen werden und nicht erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.“
Insgesamt hat die Stadt zurzeit 1275 Fälle. 639 Kinder und Jugendliche betreut der Soziale Dienst, 497 Familien nehmen Erziehungshilfen in Anspruch, elf Betroffenen wird teilstationär und 128 stationär geholfen.
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