Kampf gegen die Sucht

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Wenn es ohne Promille nicht mehr geht: 1,3 Millionen Deutsche gelten als alkoholkrank Foto: iStockphoto

Neues Bündnis in der Region für Alkoholkranke

Norderstedt/Quickborn/Kaltenkirchen. Ein Bündnis gegen Alkoholismus hat die Ambulante und Teilstationäre Suchthilfe (ATS) der Diakonie mit den Selbsthilfegruppen der Region geschlossen. Damit soll der die jahrelange, gute Zusammenarbeit weiter verfestigen werden. Anlass war die bundesweite Suchtwoche „Alkohol? Weniger ist besser!“.

Stress kann Ursache sein

„Schleichend ist der Alkoholismus eine tödlich verlaufende Krankheit, wenn sie nicht gestoppt wird“, sagt ATS-Suchttherapeutin Daniela Willrodt über diesen Zusammenschluss. „Gerade Betroffene aus Sucht-Selbsthilfegruppen wissen um die Macht der Droge, wenn sie von einem Besitz ergriffen hat“, erklärt ATS-Suchttherapeut Hauke Behnk. Er weiß: „Die suchtkranken Menschen bleiben lebenslang psychisch abhängig.“
Davon können Klaus Hox und Ilka Bandelow ganze Liedbände beitragen. Beide waren selber viele Jahre vom Alkohol abhängig und leiten inzwischen in Zusammenarbeit mit der ATS Selbsthilfegruppen.
„Ich bin trockene Alkoholikerin“, sagt Ilka Bandelow, die jeden Donnerstag um 19.30 Uhr zur Gesprächsrunde in das Gemeindehaus der Falkenbergkirche in Norderstedt einlädt. Sie fing an zu trinken, um den Stress bei der Arbeit zu ertränken, der ihr auch kein Privatleben mehr ließ, erzählt sie. „Ich hatte keine Familie, keine Freunde, habe nur für den blöden Job gelebt.“ Das habe 20 Jahre funktioniert, bis sie schließlich auf offener Straße zusammenbrach und einen Entzug in einer Hamburger Klinik machte.

Regelmäßige Treffen

Ähnlich erging es Klaus Hox, der schon in seiner Lehre mit hartem Alkohol in Berührung und davon lange nicht wieder loskam. Dann war er 18 Jahre trocken und wurde wieder rückfällig, weil seine Ehe zerbrach und er bei seinem Job gemobbt wurde. „Ich habe drei stationäre und zwei ambulante Suchttherapien, drei Führerschein-Entzüge und mehrere Krampfanfälle hinter mir“, sagt der heute 69-Jährige, der vor sechs Jahren seine eigene Selbsthilfegruppe gegründet hat. Sie trifft sich auch jeden Donnerstag um 19.30 Uhr in der
Von-Bodelschwingh-Straße 1a in Kaltenkirchen. „Bei uns gibt es nicht diese formalen Regeln und Rituale, wie sie einige andere Anbieter praktizieren.“ (bf)

ATS Norderstedt unter Tel.: 040/27 14 86 25, Kaltenkirchen Tel.: 04191/75 64
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