Kommunen streiten um die Schule Rugenbergen

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Schulleiterin Maike Hinrichsen aus Norderstedt: „Wir sind eine gute Schule. Ich habe Vertrauen in die Zukunft.“Foto: Fuchs

Das Kompromissangebot der Kreisverwaltung droht zu scheitern

Von Burkhard Fuchs
Bönningstedt/Hasloh. Um die künftige Trägerschaft der Gemeinschaftsschule Rugenbergen bahnt sich ein Rechtsstreit zwischen den Gemeinden Ellerbek, Hasloh und Bönningstedt an.
Der nach monatelangen Verhandlungen von der Kreisverwaltung vorgelegte Kompromissvorschlag droht zu scheitern. Hasloh und Ellerbek lehnen ihn aus unterschiedlichen Gründen ab.

Finanzielles Risiko

Hasloh fürchtet das finanzielle Risiko, wenn es künftig allein mit Bönningstedt die Gemeinschaftsschule tragen müsste, wie Bürgermeister Bernhard Brummund vor dem Gemeinderat ausführte. Ellerbek will nicht auf Ausgleichszahlungen von bis zu einer Million Euro verzichten, wie Bürgermeister Günther Hildebrand sagt. Einzig Bönningstedt stimmte jetzt dem Lösungsvorschlag zu.
Damit der Schulbetrieb weiterlaufen kann, haben die drei Gemeinden einen bis 2014 befristeten Übergangsvertrag geschlossen. Dieser besagt, dass das Amt Pinnau zunächst Schulträger bleibt, wenn Hasloh und Bönning-
stedt ab diesem Jahr an
aus dem Amt ausscheiden und von der Stadt Quickborn verwaltet werden. Solange teilen sich die Gemeinden die Schulkosten: Bönningstedt zahlt 105.000 Euro und Hasloh und Ellerbek jeweils 52.500 Euro im Vierteljahr.
Der Lösungsvorschlag des Kreises sieht vor, dass auch Quickborn künftig die Schule Rugenbergen verwalten soll.
Doch soweit ist es noch lange nicht. „Wir wollen die Zweier-Konstellation nicht“, betont Brummund, Bürgermeister von Hasloh. Das finanzielle Risiko sei zu groß. Außerdem sieht er nicht ein, warum Hasloh mit Bönningstedt auch die defizitäre Volkshochschule alleine tragen soll. „Hasloh hat die wenigsten Hörer.“
Wie die Schule soll auch
die Volkshochschule (VHS) künftig ohne Ellerbeks Finanzhilfe laufen.

„Das ist eine ziemlich
hohe Hürde. Die Gemeinde könnte sich der Untreue schuldig machen.“

Ellerbek hadert damit, dass der Kreis der Gemeinde keinen Vermögensausgleich zubilligen will. „Das ist eine ziemlich hohe Hürde“, sagt Hildebrand, Ellerbeks Bürgermeister. „Die Gemeinde könnte sich der Untreue schuldig machen, wenn sie auf dieses Geld von mindestens 750.000 Euro verzichtet.“
Dafür soll Ellerbek künftig vom Schuldendienst für die jüngste Drei-Millionen-Euro-Sanierung befreit werden, was wiederum Hasloh stört.
Nur der Bönningstedter Gemeinderat signalisierte, dass er mit dem Kompromiss leben könnte. Allerdings lehnt es deren Bürgermeister Peter Liske wie Brummund ab, zusätzlich rund 10.000 Euro im Jahr für die VHS zu zahlen.
Schulrat Michael Doppke versteht den Streit nicht mehr. „Wir haben diesen Lösungsvorschlag erarbeitet. Jetzt sind die Gemeinden am Zug, um die Kuh vom Eis zu kriegen. Wenn das nicht gelingt und es einen jahrelangen Rechtsstreit geben sollte, geht die Schule den Bach runter.“ Maike Hinrichsen, die die Schule mit ihren 378 Schülern und 33 Lehrern leitet, bleibt zuversichtlich. „Ich weiß nur, dass wir eine gute Schule sind, und habe völliges Vertrauen in die Zukunft.“ (bf)
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