Kosten für Verhütung übernehmen

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Pro-Familia-Geschäftsführerin Sabine Kühl fordert, dass die Stadt Kosten für Verhütungsmittel übernimmt. Foto: Fuchs

Pro Familia fordert von der Stadt 10.000 Euro

Norderstedt. Pro Familia fordert von der Stadt Norderstedt, für Männer und Frauen mit geringem Einkommen, die medizinisch verordneten Verhütungsmittel zu finanzieren. Dazu zählen neben der Anti-Baby-Pille, die Spirale und die Sterilisation. 10.000 Euro sollen dafür bereitgestellt werden. Der Sozialausschuss der Stadtvertretung berät darüber auf seiner nächsten Sitzung am Donnerstag,
21. März. „Immer mehr Menschen können sich aufgrund ihrer finanziellen Situation eine sachgerechte Empfängnisverhütung nicht mehr leisten“, erklärt Pro-Familia-Geschäftsführerin Sabine Kühl diesen Vorstoß, der auch von der Gleichstellungsbeauftragten Claudia Meyer unterstützt wird. Wer von dem Hartz-IV-Regelsatz von 380 Euro im Monat leben muss, könne nicht bis zu 20 Euro für die Pille, 350 Euro für die Spirale oder bis zu 750 Euro für eine Sterilisation ausgeben. Auch Männern und Frauen ab 21 Jahren, die von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Grundsicherung leben, müsse die freie Wahl der Verhütungsmethode gewährt werden, fordert Sabine Kühl.
Andere Kommunen gingen hier mit gutem Beispiel voran. So fördere Flensburg seit 2008 die Empfängnisverhütung von bedürftigen Personen jährlich mit 25.000 Euro. Seitdem seien rund 800 Anträge von 600 Personen bewilligt worden, heißt es in einem Erfahrungsbericht. Drei Viertel der Antragsteller waren Hartz-IV-Empfänger, 70 Prozent haben Kinder, zwei Drittel lebten nicht in einer Partnerschaft. 466-mal wurde die Pille, 124-mal die Kupferspirale und 120-mal die Dreimonatsspritzen beantragt und bezahlt.
CDU-Stadtvertreterin Ute Algier lehnt diesen Antrag ab. „Ein Hartz-IV-Empfänger muss nicht die Pille nehmen.“ (bf)
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