Kreisel optimiert

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Kai Hädicke-Schories bilanzierte im Rathaus die Verkehrsstatistik für Norderstedt in 2014 Foto: now

Verkehrsreport hilft bei Entscheidungen

Norderstedt Nach eineinhalb Jahren Bauzeit ist der Kreisel Ochsenzoll endlich fertig. So bewertet Kai Hädicke-Schories, Verkehrsexperte der Polizei Norderstedt, die Situation. Kurz nachdem er den Verkehrsreport 2014 vor dem Hauptausschuss der Stadt vorstellte, überwachte er selbst vor Ort die letzten Pinselstriche für Fahrbahnmarkierungen auf dem Kreisel. Nachdem es auf dem größten Kreisverkehr Norderstedts vermehrt zu Unfällen kam, hat die Polizei den Wunsch nach Fahrbahnmarkierungen durchgesetzt. „40 Unfälle hatten wir 2014 auf dem Kreisel“, so Hädicke-Schories. „Die meisten wegen fehlerhaftem Spurwechsel.“ Dagegen gab es am Kreisel nur zwei Fahrradunfälle. Die Kritik der Norderstedter ADFC-Mitglieder, es gebe hier einen Unfallschwerpunkt für Radler, ließ sich somit nicht bestätigen.

Auswertung der Unfälle


Der umfangreiche Verkehrsreport, den Hädicke-Schories seit 2000 jährlich erstellt, hat laut Stadtverwaltung schon für viel Entschärfung an Unfallschwerpunkten gesorgt. Stadtsprecher Hauke Borchardt: „Auf diese detaillierte Auswertung können wir als Stadt nicht mehr verzichten. Diese Auswertung ist fast bundesweit einmalig in ihrer Qualität.“ So wurde zum Beispiel die Kreuzung Ulzburger Straße/Waldstraße, über Jahre eine kritische Stelle vor allem für Radfahrer, sicher. „Weil die Darstellung für alle verständlich ist, kann die Politik besser nachvollziehen, wo Änderungsbedarf ist“, so Borchardt. Zwar sind die Zahlen von Hädicke-Schories Unfallstatistik mit 1.659 Unfällen gegenüber dem Vorjahr einmal leicht gestiegen. Dafür macht er allerdings vor allem die ständig steigende Zahl an Autos auf Norderstedts Straßen verantwortlich. Auch die Zahl der Radfahrer ist deutlich gestiegen. Genauso wie die Zahl der Unfälle mit Radfahrern. 169 waren es 2014 gegenüber noch 118 in 2013. Auffällig verdeutlicht der Verkehrsexperte, dass 40 Prozent der Unfälle von den Radfahrern verursacht wurden, bei 30 Prozent trugen die Radler zumindest eine Mitschuld.

Ampel am Exerzierplatz


Ein Schwerpunkt der Statistik bildet in diesem Jahr die Schleswig-Holstein-Straße. Sieben Menschen kamen 2014 in fünf Unfällen zu Tode, ein Grund für die Polizei, sich die Straße genauer anzusehen. „Aber wir haben hier keine Todesstrecke. Alle Unfälle hatten die gleiche Ursache: individuelle Fahrfehler“, so der Experte.
Doch eine Änderung gibt es dennoch: Nach mehreren Jahren Tauziehens mit der Verkehrsbehörde des Landes durfte Norderstedt jetzt die Ampel am Exerzierplatz in Auftrag geben, die in diesen Tagen in Betrieb geht. Unfälle und vor allem die veränderte Situation mit mehr Radfahrern und Fußgängern an dieser Stelle hatte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) zu einem Machtwort bewogen. Damit steht jetzt auch auf dieser Kreuzung eine Ampel. (now)
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