„Lebendiges Mittelalter-Museum“

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Spektakuläre Reiter- und Ritterkämpfe werden am 16. und 17. Juni die Zuschauer beim Mittelalterfest in ihren Bann ziehen. Foto: Fuchs
 
Machen wieder Faxen in Norderstedt: Fogelvrei-Veranstalter Johannes F. Faget mit Töpferin Marei und Holzlöffel-Macherin Anne-Grit. Foto: Fuchs

Kommendes Wochenende bevölkern Gaukler und Ritter den Willy-Brandt-Park

Norderstedt. Im vorigen Jahr sind die armen Rittersleut‘ hoffnungslos im Regen abgesoffen. Statt der sonst üblichen rund 10.000 Besucher, die sich diese einmalige Zeitreise im Norderstedter Willy-Brandt-Park in das späte Mittelalter nicht entgehen lassen, kamen nur etwa 2000 hartgesottene Fans, erzählt Veranstalter Johannes F. Faget. Der Herold der Fogelvrei-Produktionen aus der Nähe von Bremen wird aber dennoch in diesem Jahr wieder mit seinem 150-Mann-Tross ans Herold-Center kommen. „Norderstedt ist für uns zu einer zweiten Heimat geworden.“
Die Besucher erwarte am kommenden Wochenende (16./17. Juni) wieder ein großes Spektakel von zeitgemäß gekleideten und sich präsentierenden
Handwerkern, Händlern, Rittern und Gauklern mit ihrem Gefolge. Zwei Tage lang werden sie ihr großes Mittelalter-Lager im Willy-Brandt-Park am Herold-Center aufschlagen. „Wir bieten unseren Besuchern eine Vielzahl von Aktivitäten jenseits von Techno, Pommes und Plastik“, kündigt Faget an. Höhepunkt in diesem Jahr wird wieder das Ritterturnier zu Pferde mit Schwert, Schild und Lanze („Tjost“) sein, das am Sonnabend (14 und 18 Uhr) und Sonntag (13 und 17 Uhr) jeweils zweimal ein Turnier aus dem 13. Jahrhundert nachstellt. Zudem bietet an beiden Tagen eine Schar von 60 Schwertkämpfern einer Spezialschule aus Henstedt-Ulzburg ein weiteres spannendes Spektakel, das die Zuschauer in Atem halten wird.
Große Unterhaltung mit historischen Bezügen und liebevoll gemachten Gewändern ist ohnehin oberstes Gebot bei diesem Mittelalterfest. Eingebettet sind diese Waffengänge nach alter Art von einem großen Handwerkermarkt, der etwa drei Dutzend Gewerke und Marketender bei ihrer Arbeit zeigt, wie sie in unserer modernen Computer-Welt längst ausgestorben sind. Da gibt es Schmiede, Drechsler, Filzer, Steinmetze, Schneider, Korbflechter, Metallbauer und Ledermacher, aber auch Fladenbrotbäcker, Fleischhauer und Tavernen-Wirte, dass einem die Augen übergehen und die Münder offenstehen. „Wir zeigen das alte Handwerk in seiner breitesten Form“, verspricht Faget. Wer mag, kann unter fachlicher Anleitung selber mal ausprobieren, ob aus ihm ein guter Mittelalter-Handwerker geworden wäre.
Daneben wird eine große Schar an Künstlern, Musikanten, Komödianten, Possenreißern und Gauklern das Publikum bei Laune und „Kurzweil“ halten, wie der mittelalterliche Herold zu sagen pflegt. Ein großes Heerlager mit Amateur-Rittern und Schwertkämpfern wird zudem hier und dort auf dem Gelände kleine Schaukämpfe vorführen. „Es wird ein lebendiges Museum zu erleben sein.“ Am späten Sonnabendabend wird es etwas gruselig, wenn gegen 21.30 Uhr der Pestzug mit anschließendem Feuerspektakel durch den Park in der Dämmerung streift. Kinder unter zwölf Jahren sollten diesem schaurig-schönen Schauspiel lieber fernbleiben, damit sie hinterher keine Alpträume bekommen, rät der Veranstalter.
Das Herold-Center ruft zudem alle Kinder zu einem Malwettbewerb auf. Wer das schönste Mittelalterbild anfertigt, kann eine altenglische Ritterburg gewinnen.
Das Mittelalterfest ist am Sonnabend von 11 bis 22 Uhr und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt wie seit 2005 für Erwachsene sieben Euro und für Kinder drei Euro. Kinder, die unter das „Schwertmaß“ fallen, also kleiner als 1,10 Meter sind, haben freien Eintritt. (bf)
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