Lebensgefährliches Verhalten

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Am 19. Juni 2011 kollidierte ein AKN-Triebwagen mit dem Auto von Kathleen H. Die 21-Jährige starb noch am Unfallort. Foto: hfr

AKN für mehr Sicherheit an Bahnübergängen - Verkehrsteilnehmer sind gefordert

Kaltenkirchen. Langsam fährt Claudia Behn auf den Bahnübergang in Nützen zu. Sie bremst ab, schaut erst rechts und links, dann fährt sie vorsichtig weiter. „In der Umgebung ist schon viel passiert“, sagt sie. Ganz in der Nähe, in der Straße Wüsten, kollidierte im Juni dieses Jahres das Auto der
21 Jahre alten Kathleen H. an einem unbeschrankten Bahnübergang mit einem Zug der AKN. Sie hatte offensichtlich das Rotlicht übersehen und starb noch am Unfallort.
„Dieses Unglück soll nicht noch einmal passieren“, sagte AKN-Sprecherin Monika Busch. Sie kündigte an, dass die Unfallstelle im Januar 2013 zusätzlich mit zwei Halbschranken gesichert werden soll. Auf den Linien A 1 (78), A 2 (6) und A 3 (34) der AKN-Eisenbahn AG gibt es insgesamt 118 öffentliche Bahnübergänge.
Immer wieder ist es auf den Strecken zu Unfällen gekommen. Die AKN-Unfallstatistik der vergangenen zehn Jahre zeigt insgesamt 27 schwerere Zwischenfälle. Sie passierten fast immer auf der A-1-Strecke zwischen Hamburg-Schnelsen und Neumünster.
„Es gibt Verkehrsteilnehmer, denen offenbar nicht bewusst ist, welcher Gefahr sie sich selbst und auch anderen Menschen aussetzen, wenn sie Verhaltensvorschriften an Bahnübergängen missachten“, sagte Polizei-Pressesprecherin Sandra Mohr bei einem Expertentreffen im AKN-Betriebszentrum in Kaltenkirchen.
Wird die Polizei auf Fehlverhalten an Bahnübergängen aufmerksam, führt sie auch gezielte Kontrollaktionen durch. „An einigen Übergängen kommt es häufig vor, dass Fußgänger die geschlossenen Schranken ignorieren und die Gleise trotz eines herannahenden Zuges passieren, wie die Lokführer der AKN uns dann mitteilen“, so Mohr. „Dieses lebensgefährliche Verhalten wird den Fußgänger oder Radfahrer 350 Euro Bußgeld und vier Punkte in Flensburg kosten. Wer sich mit einem Zug anlegt, kann nur verlieren.“
„Alle zwei Jahre findet eine Kontrolle an Bahnübergängen statt“, berichtete Michael Krüger von der Verkehrsaufsicht. „Dann prüfen wir, ob die Sicherung des Übergangs noch den verkehrlichen Gegebenheiten genügt. Bei unserer letzten Verkehrsschau im Juni 2011 im Kreis Segeberg gab es keine Beanstandungen.“ (rj)
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