Maßlos überzogen

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Gregor Gysi sprach 90 Minuten am Stück über Kriege, Finanzmärkte und Vermögenssteuer. Foto: Fuchs

Gregor Gysi redete eineinhalb Stunden vor 250 Besuchern

Norderstedt. Da brauchten die Genossen einen langen Atem. Gastredner Gregor Gysi kam zwar etwas verspätet in das mit 250 Besuchern gut gefüllte neue Kulturwerk am Norderstedter Stadtpark.
Doch dann mochte der Fraktionschef der Linken im Berliner Bundestag gar nicht mehr aufhören zu reden. Vom Unsinn des Afghanistan-Krieges bis zur Euro-Schuldenkrise, die nur eine „Spekulationskrise deregulierter Finanzmärkte“ sei, spannte der Vorzeige-Linke ein großes Netz an politischen Themen, an dem er sich rhetorisch gewandt, ohne Manuskript, fast atemlos entlang hangelte.
„Wenn er sich wohlfühlt, quatscht er sich um Kopf und Kragen“, wusste Norderstedts Linken-Chef Miro Berbig von den Vertrauten Gysis. Dabei tauchte der prominente Mann aus der Hauptstadt ebenso schnell auf wie er auch wieder verschwand.
So blieb zu Beginn noch nicht einmal Zeit für eine Begrüßung Gysis mit seinem Norderstedter Amtskollegen. Er musste gleich rauf auf die Bühne, um seine Botschaft mit fast nur bundespolitischen Themen ans geneigte Wahlvolk im Saal zu senden. Das war denn auch einigen zu wenig landespolitische Ausrichtung und sie verließen vorzeitig die Veranstaltung. So kriegten sie nicht mehr mit, wie sich Berbig mit einer Flasche Rotwein bei seinem Gastredner bedankte. Dieser hetzte von einem Termin zum anderen, kam direkt aus Elmshorn und fuhr von Norderstedt gleich weiter nach Flensburg. (bf)
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