Mauschelei bei Auftragsvergabe?

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Die Fraktionsvorsitzenden Folker Brocks (CDU, links) und Karin Honerlah (WHU), hier bei der Vereidigung von Bürgermeister Torsten Thormählen 2010, streiten wegen der Auftragsvergabe der Gemeinde Henstedt-Ulzburg.Foto: Jaeger

WHU fordert künftig mehr Transparenz und Wettbewerb

Henstedt-Ulzburg. Wird bei der Vergabe von Aufträgen der Gemeinde Henstedt-Ulzburg gemauschelt? Das ist die Frage, die auch in der politischen Sommerpause heftig diskutiert wird. Jetzt scheint sich der Streit zwischen der stärksten Fraktion (CDU) und der Wählergemeinschaft (WHU) zu verschärfen.
„Unqualifiziertes
Misstrauen“
„Die WHU sollte endlich aufhören, in unqualifizierter Weise Misstrauen gegen die Arbeit der Gemeindeverwaltung von Henstedt-Ulzburg zu verbreiten“ fordert der CDU-Fraktionsvorsitzende Folker Brocks: „Diese Verwaltung arbeitet fachlich gut qualifiziert und weitestgehend hoch motiviert.“
Die WHU mit der Fraktionsvorsitzenden Karin Honerlah an der Spitze hatte die Gemeinde unlängst aufgefordert, die Aufträge für Ortsplanung, Tiefbau, Hochbau und Grünplanung der vergangenen fünf Jahre aufzulisten. Ergebnis: Es tauchten stets dieselben Ingenieurbüros und Architekten auf, die die Arbeit machten. Das schien die WHU in ihrer Annahme, dass nicht alles rechtens sei bei der Auftragsvergabe, zu bestätigen. „Die WHU fordert mehr Wettbewerb und Transparenz bei der Vergabe öffentlicher Aufträge“, sagt Karin Honerlah. „Gerade in der jetzigen Situation ist es wichtiger denn je, transparent und nach einem sauberen Prozedere handelnd, öffentliche Aufträge zu vergeben.“
Stellungnahme der CDU
Die Gemeinde habe von 2007 bis 2012 rund 250 Aufträge an 45 verschiedene Ingenieur- und Fachbüros vergeben. Die Honorare lagen zwischen 600 Euro und 338 000 Euro und diese berechneten sich in den meisten Fällen nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, die von nicht verhandelbaren Vergütungssätzen ausgeht. Lediglich zwei der Aufträge seien in einer ausschreibungspflichtigen Höhe gewesen.
„Erhobener Vorwurf ist völliger Quatsch“
„Dieses ist über all die Jahre - auch in meiner Amtszeit - eingehalten worden“, so die Aussage des ehemaligen Bürgermeisters und Staatssekretärs Volker Dornquast (CDU), der Mitte Mai in den Kieler Landtag gewählt wurde. „Der erhobene Vorwurf der Bevorzugung von CDU-Mitgliedern ist völliger Quatsch.“ Die Firma von Ex-CDU-Parteichef Wolfgang Horstmann habe lediglich drei Aufträge erhalten.
Die beauftragten Büros hätten, so Folker Brocks, ihren Sitz fast alle außerhalb von Henstedt-Ulzburg. Dipl.-Ing. und Architekt Karsten Wulf aus Oersdorf bei Kaltenkirchen ist seit vielen Jahren für die Gemeinde Henstedt-Ulzburg tätig. Er sagte dem Norderstedter WochenBlatt zu den Vorwürfen: „Ich habe mich um Aufträge beworben und mir wurden Aufträge erteilt, die ich, wie für viele andere Bauherren auch, mit Freude, Sorgfalt und Engagement abgewickelt habe.“ (rj)
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