Mehr Kontrolle an „Costa Kiesa“

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Auf dem Archivbild sind nur wenige Badegäste an der „Costa Kiesa“. Wenn es heiß ist, tummeln sich dort bis zu 3.000 Menschen Foto: wb

Gemeinde Tangstedt will Betriebszeiten einführen und das Parken reglementieren

Von Claudia Blume
Tangstedt
Das Chaos um den beliebten Baggersee „Costa Kiesa“ wird sich auch diesen Sommer nicht vermeiden lassen. Allerdings erhofft sich Jürgen Lamp, Leiter der entsprechenden Arbeitsgruppe der Gemeinde Tangstedt, ein „geordnetes Chaos“. An die 3.000 Besucher fallen erfahrungsgemäß an heißen Tagen am Badesee ein, parken mit bis zu 400 Fahrzeugen Straßen und Wege zu – mit der Folge, dass HVV-Busse nicht durchkommen, sogar Polizei und Abschleppdienste resignieren. Randalierer verfeuern Sträucher und Bäume, hinterlassen Müll und Scherben, laute Musik dröhnt bis in den frühen Morgen. Die Gemeindeverwaltung schaute jahrelang hilflos zu, bildete im vergangenen Herbst immerhin eine Arbeitsgruppe. Und nun kommt tatsächlich etwas Bewegung ins leidige Thema. „Wir haben mehrere Optionen erörtert, darunter auch den See komplett zu sperren“, erklärt Jürgen Lamp, „dennoch empfehlen wir der Gemeinde aus naturschutzrechtlichen Gründen und aufgrund des hohen Freizeitwertes, das Gelände mit einem geordneten Badebetrieb weiter zu nutzen.

Keine langfristige Lösung



Nun muss die Gemeindevertretung einen entsprechenden Grundsatzbeschluss treffen, um ein entsprechendes Konzept aufstellen zu können.“ Das wird frühestens Ende Juni der Fall sein. Dann wird es auch um die Frage nach einem Betreiber der Badestelle gehen. Findet sich ein Externer oder übernimmt die Gemeinde den Part nach dem Vorbild im benachbarten Itzstedt? „Obwohl für das Naturbad Itzstedt Eintritt verlangt wird, fallen jährlich etwa 50.000 Euro Kosten an“, gibt Lamp zu bedenken. Eine Summe, die die Tangstedter seit langem schultern - für Reparaturen, Sicherheitsdienst und DLRG-Aufsicht an der „Costa Kiesa“. Eine langfristige Lösung ist noch nicht in Sicht – kurzfristige Maßnahmen jedoch schon.
„Wir werden zumindest Wildparkern den Spaß verderben und die Grünstreifen im Kringelweg und Harksheider Weg mit massiven Holzpfosten versehen. Wer genötigt wird, einen Kilometer vom Auto zum See und zurück zu laufen, überlegt sich vielleicht den Besuch“, spekuliert der Politiker. Außerdem wird der Badebetrieb von sechs bis 22 Uhr begrenzt, die offiziellen Parkplätze in der übrigen Zeit geschlossen.
Wer allerdings als verlässliche Schrankenwärter fungieren soll, ist offen – „noch kursieren unübersichtlich viele Schlüssel in größerem Umfeld“, räumt Lamp ein. Ein Grund, warum bislang die Parkplätze auch zu Nachtzeiten für wilde Partyleute einladend offen standen.
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