Migranten mischen mit

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Lida Buchmann (v.l.), Qurratulain Khan und Zeliha Eryüksel wollen sich ab sofort in Norderstedt für die Belange von Migranten stark machenFoto: Fuchs
 
Integrationsbeauftragte Heide Kröger hatte die Idee zum Forum

Interkulturelles Forum gegründet, mehr Mitsprache gewünscht

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt. Die etwa 14.000 Einwanderer oder jene, deren Eltern und Großeltern internationaler Herkunft sind, haben jetzt in der Stadt ein eigenes Sprachrohr. Auf Initiative der Integrationsbeauftragten Heide Kröger gründeten
61 Bürger mit ausländischen Wurzeln aus 18 Nationen das inter-kulturelle Migranten-Forum.
Ziel dieser Initiative sei es, zur Völkerverständigung und einem friedlichen Miteinander beizutragen, erklärt Lida Buchmann, die zur 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Der gebürtigen Iranerin stehen mit Zeliha Eryüksel eine Türkin, mit Qurratulain Khan eine Pakistani, mit Irina Abt eine Russin und mit Besfort Daci ein Albaner im Vorstand zur Seite.

„Bisher ist nur über uns
gesprochen worden. Jetzt
müssen Politik und Verwaltung mit uns sprechen.“
Zeliha Eryüksel


„Bisher ist nur über uns gesprochen worden. Jetzt müssen
Politik und Verwaltung mit uns sprechen“, sagt die 2. Vorsitzende
Zeliha Eryüksel selbstbewusst, die in der Stadtbücherei arbeitet und wie ihre Kollegen seit Jahrzehnten in Norderstedt lebt und ausgezeichnet Deutsch spricht.
Die Mitglieder des Migranten-Forums möchten Einwanderern helfen, in der neuen Heimat Fuß zu fassen und Freunde zu finden, erläutert Qurratulain Khan, die in Norderstedt geboren ist und an der Hamburger Uni Sprachen und fernöstliche Kultur studiert. „Norderstedt ist eine sehr tolerante Stadt“, hat die 22-Jährige festgestellt.
Vergangene Woche haben Vertreter der Menschen mit Migrationshintergrund ein Interkulturelles Forum gegründet. Das Migranten-Forum sieht sich als überparteiliches und überkonfessionelles Sprachrohr für alle 140 Nationalitäten, die in Norderstedt leben, betont Vorsitzende Buchmann. Darum sind auch alle Deutschen wie Migranten eingeladen, dem Forum beizutreten.


„Wir wollen viele
neue Mitglieder
dazu bekommen.“
Lida Buchmann


„Wir wollen wachsen und viele neue Mitglieder dazu bekommen“, sagt Lida Buchmann.
Zudem möchte das Forum Kontakt zu den politischen Parteien, Vereinen und Verbänden aufnehmen. Mit dem Seniorenbeirat habe das schon gut geklappt, erzählt Zeliha Eryüksel. „Die wollten einen Ratgeber von Deutsch auf Türkisch übersetzt haben, um auch die hier lebenden Senioren aus der Türkei anzusprechen“, sagt sie. „Das habe ich natürlich gerne gemacht.“ So würden immer mehr Organisationen sich dieser interkulturellen Bande bewusst werden und diese Kontakte suchen, freut sich der Migranten-Vorstand.

Hilfe beim Verständnis des Schulsystems

Insbesondere in den Schulen und Kindergärten sei es wichtig, die Eltern von eingewanderten Kindern einzubinden und ihnen eine Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch zu gewähren. So verstünden viele das hiesige Schulsystem nicht und müssten darüber aufgeklärt werden, welche Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten es für sie und ihre Kinder in Deutschland gibt.

Verständnis für fremde Nationalitäten schaffen

„Wir wollen eine engere Beziehung und ein besseres Verständnis zwischen den verschiedenen Kulturen und Nationalitäten in Norderstedt schaffen“, kündigt die Vorsitzende Lida Buchmann an. Wer sich für das Migranten-Forum interessiert, ist eingeladen, zur nächsten Mitgliederversammlung am Donnerstag,
29. August, 18 Uhr, in den Sitzungssaal 2 im ersten Stock des Rathauses zu kommen. (bf)
Kontakt: Lida Buchmann,
Tel.: 040/55 44 78 26,
E-Mail: lida.buchmann@
googlemail.com
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