Mit Kindern einen guten Plan haben

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Gemeinsam mit Julia (l) ein Pony putzen. Diese feste gemeinsame Zeit ist für Leonie (11) der schönste Termin der Woche Fotos: Nowatzky

Zeit-Spenden in der Jugendarbeit: Julia Hentsch ist ehrenamtliche Patin für die kleine Leonie

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt. Für Leonie ist es immer die schönste Zeit der Woche und für Julia Hentsch wertvolle Freizeit. Jeden Sonntag treffen sich die elfjährige Schülerin und die 30-jährige Tierheilpraktikerin und verbringen Zeit miteinander. Meist im Reitstall mit Pferden und Ponys. Über das wöchentliche Treffen haben die beiden einen Vertrag geschlossen, denn Julia Hentsch ist Patin für die Schülerin im Norderstedter Projekt „Plan haben“.

Zeit für auffällige Kinder

Für Kinder, die Schwierigkeiten in ihrem Umfeld haben, hat Wolfgang Banse, ehemaliger Polizeibeamter und im Kriminalpräventiven Rat zuständig für die Jugendarbeit das Projekt ins Leben gerufen. „Plan haben ist für Kinder, die sich extrem zurückziehen, verhaltensauffällig oder auch überaktiv sind“, erklärt Banse.
Seit 1998 läuft das Projekt, knapp 90 Kinder haben seitdem daran teilgenommen, zuvor wurden sie von Schulen, Jugendamt, Vereinen, Polizei Kirche oder anderen Einrichtungen, die sich mit Kindern beschäftigen, gemeldet.
Die Paten verbringen feste Zeit mit den Kindern, geben ihnen das Gefühl „Du bist gut“. Dabei haben die Ehrenamtlichen keinen Erziehungsauftrag, gewollt ist aber schon, dass die Kinder und Jugendlichen, zwischen acht und 16 Jahren, im Zusammensein ein Gefühl für eigene Talente oder Ideen bekommen und so mehr Selbstwertgefühl entwickeln. Pate und Kind schließen diese Verabredung für ein Jahr, wenn beide sich nach einer Probezeit gut verstehen.

„Wir brauchen mehr Menschen, die sich bei uns engagieren“ Wolfgang Banse
In der überwiegenden Zahl der Patenschaften geht es danach weiter, erzählt Banse. 14 Patenschaften gibt es. Acht Freiwillige können noch eine Patenschaft übernehmen. „Wir brauchen mehr Menschen, die sich bei uns engagieren“, sagt Banse. Etwas zwei bis vier Stunden in der Woche verbringen der Ehrenamtler und sein Patenkind miteinander. „Die Paten schenken Zeit, gemacht wird, was das Kind möchte“, erzählt Banse. Das können Freizeitaktivitäten sein, gemeinsam spielen, Bahn fahren oder auch lernen. Die Kosten übernimmt das Projekt aus Spendenmitteln. „Damit wir immer das passende Tandem bilden können, brauchen wir möglichst viele Freiwillige. Und auch gerne jüngere“, wünscht sich Banse. So wie Julia Hentsch, die sich trotz wenig Freizeit für die Patenschaft entschieden hat. Die Frau ist selbständig, nimmt sich deshalb immer am Wochenende Zeit für ihr Patenkind.
„Ich habe ein glückliches Leben und möchte daran jemanden teilhaben lassen. Lebensfreue geben“, sagt sie. Und so fragt sie Leonie jeden Sonntag, was sie wmachen möchte. Meist gehen sie in den Stall. Während die Elfjährige sonst kaum spricht, taut sie bei den Ponys und Pferden auf. Deshalb passen die beiden so gut zusammen. „Das ist keine Belastung, sondern tolle Freizeit“, sagt Julia, die mehr Leute als Paten motivieren möchte. „Man kann etwas geben und bekommt ganz viel zurück.“

planhaben.de
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