Nein zur Biogasanlage

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Nach Bürgerprotest lehnt Bauausschuss das Projekt ab

Von Burkhard Fuchs

Bönningstedt. Die Unruhe ist groß in der Gemeinde. Seit bekannt wurde, dass Landwirt Thomas Witt auf seinem Hof am nordwestlichen Ortsrand im Wulfsmühlenweg eine Biogasanlage plant, regt sich der Widerstand. 330 Unterschriften will eine Bürgerinitiative gegen das Projekt gesammelt haben.
Jetzt lehnte der Bauausschuss nach hitziger Debatte mit 60 aufgebrachten Bürgern und anschließender nicht öffentlicher Beratung den Bauantrag ab. Gleichwohl ist Bauer Witt überzeugt, dass die Bauaufsichtsbehörde es dennoch genehmigen wird. „Als landwirtschaftlicher Betrieb bin ich privilegiert und darf im Außenbereich bauen.“
Das sieht eine Mehrheit im Bauausschuss offenbar anders. So haben nur die CDU-Vertreter im Ausschuss dem Bau der Biogasanlage zugestimmt. BWG und SPD lehnten sie ab. Ihr Argument: Der Wulfsmühlenweg und die angrenzende Rübekampstwiete seien für überbreite Transporte nicht geeignet. „Das gilt aber schon heute“, sagt Bürgermeister Peter Liske (BWG).
Doch für die geplante Biogasanlage braucht es überhaupt keiner Transporte, erklärt Landwirt Witt. Er will die 75-Kilowatt-Anlage fast ausschließlich mit Gülle speisen, die ohnehin auf seinem 38-Hektar-Milchvieh-Betrieb anfällt. Dies seien heute schon neun Tonnen am Tag, die er jetzt offen lagere und auf seinen Feldern aufbringt. Die Anwohner sind gegen den Bau einer Biogasanlage, die Landwirt Thomas Witt auf seinem Hof errichten will. Dort soll die Produktion von Gülle von neun auf zwölf Tonnen täglich aufgestockt werden. Diese sollen in einer geschlossenen Anlage erwärmt werden und jährlich rund 600 000 Kilowattstunden Strom erzeugen, erläutert Projektleiter Malte Steinmann von der Firma Agrikomp. „Es wird Energie aus dem Methangas erzeugt, das sowieso anfällt“, sagt er. „Das ist ein interner Kreislauf.“
Die Sorgen mancher Bürger sind groß, vor allem seit einer Informationsveranstaltung des Landwirts auf seinem Hof Mitte Oktober mit Politikern und Anwohnern. So fürchten die Nachbarn – das nächste Haus würde etwa 240 Meter entfernt stehen - nicht nur eine erhöhte Geruchsbelästigung „Die geplante Massentierhaltung führt auch zu einer Gesundheitsgefährdung“, sagte Uwe Kliewer, Sprecher der Bürgerinitiative.
Von Massentierhaltung könne keine Rede sein, sagt Landwirt Witt. Er wolle die Zahl seiner Milchkühe von jetzt 110 auf 140 Rinder erhöhen, um die notwendige Güllemenge zu erreichen. Dafür brauche er einen zusätzlichen Rinderstall, dessen Bau bereits genehmigt worden ist. (bf)
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