Neue Regeln für die Costa Kiesa in Tangstedt

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Jürgen Lamp, Leiter der Arbeitsgemeinschaft Costa Kiesa, hat auch die Zuwegung zum Badesee im Auge Foto: Blume

Offenes Feuer, Grillen, Benutzung von Lautsprechern, Wildangeln, Müll, Vandalismus und Ruhestörung sollen bis zu 1.000 Euro Bußgeld kosten

Tangstedt Kaum steigen die Temperaturen und das Wetter wird schöner, fällt am Wilstedter Baggersee feierwütiges Publikum ein. „Vergangenes Wochenende gab es an der Costa Kiesa schon die erste Techno-Party bis tief in die Nacht“, empört sich Wolf Osterchrist, der als Anwohner seit Jahren unter der unkontrollierten Nutzung des Geländes leidet. Bis zu 3.000 Besucher parken an heißen Tagen Zufahrtsstraßen zu. Busse und Abschleppdienste kommen nicht durch, sogar die Polizei resigniert. Zäune werden demoliert, Gehölze landen im Lagerfeuer, laute Musik dröhnt in die Nachbarschaft. Zurück bleiben Müll und Scherben. Als Betreiber der Badestelle beobachtet die Gemeinde Tangstedt das Treiben wie in Schockstarre und zahlt jährlich 50.000 Euro für Beseitigung der Schäden und einen Ordnungsdienst am Wochenende. Lediglich debattiert wird über Maßnahmen, die das herrschende Chaos regeln könnten. Ideen reichen vom kostenpflichtigen Betrieb eines Naturbades durch einen Investor bis zum Zuschütten des Sees. Die Parteien sind uneins, die eigens eingerichtete „Arbeitsgemeinschaft Costa Kiesa“ kommt nur schleppend voran. Deren Leiter Jürgen Lamp will ab diesem Sommer zumindest ansatzweise für Recht und Ordnung sorgen: mit einer Satzung und Regeln auf entsprechenden Hinweisschildern. So soll Baden nur von sechs bis 22 Uhr erlaubt sein. Offenes Feuer, Grillen, Benutzung von Lautsprechern, Wildangeln, Müll hinterlassen, Vandalismus und Ruhestörung wird mit Bußgeldern bis 1.000 Euro belegt, ebenso der Gebrauch von Motorbooten und -surfbrettern. Hunde dürfen nur
noch angeleint mitgebracht werden. Und mit dem Badespaß der Vierbeiner ist es ganz vorbei. „Wir können zwar keine 100-prozentige Sicherheit herstellen, aber mit etwas muss man anfangen“, sagt Jürgen Lamp und hofft, dass Strafandrohung Wirkung zeigt. „Zumal der von uns beauftragte Ordnungsdienst Platzverweise erteilen darf. Deshalb sollte er in der Ferienzeit täglich und an übrigen Wochenenden von 15 bis 23 Uhr vor Ort sein.“ Allerdings würden entsprechende Kosten von 7.000 auf 50.000 Euro steigen. Zunächst wird der Zentralausschuss am 26. April beraten, bevor die Gemeindevertretung am 4. Juni entscheidet. (blu)
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